Muss dieses DDR-Gästehaus abgerissen werden?

Gespräche mit dem Klassenfeind: Erich Honecker (SED, r.) und Franz Josef Strauß (CSU) 1984 im Gästehaus.
Gespräche mit dem Klassenfeind: Erich Honecker (SED, r.) und Franz Josef Strauß (CSU) 1984 im Gästehaus.

Von Torsten Hilscher

Leipzig - Das ehemalige Gästehaus der DDR am Clara-Zetkin-Park darf vorerst stehen bleiben. Trotz der Debatte im Stadtrat am Mittwochabend entscheidet über einen möglichen Abriss das Landesdenkmalamt, betonte die in Dresden ansässige Behörde.

Der Leipziger Rat hatte sich nicht direkt mit dem Abriss befasst, aber mit einer Änderung des mehr als 20 Jahre alten Bebauungsplans.

Ziel: Ein neuer Hotelbetrieb auf dem Areal. Das historische Gebäude steht erst seit Juli 2013 unter Denkmalschutz. Errichtet wurde es von 1967 bis 1969 als Gästehaus des Ministerrates des DDR. Architekt war Frieder Gebhardt.

Das Haus, aber auch der Garten und die Pflasterung sowie ein Gipsrelief im Foyer gelten als Zeugnis der DDR-Baukultur, sind baugeschichtlich und künstlerisch bedeutsam. Im Haus verkehrten einst DDR-Staatschef Walter Ulbricht sowie Staatsgäste wie Fidel Castro, Leonid Breschnew oder auch der Bayer Franz Josef Strauß.

Der damalige SED-Chef Erich Honecker soll hier mit Strauß über den berühmten Milliardenkredit für die DDR gesprochen haben.

Die Anlage am Clara-Zetkin-Park heute. Seit Juli 2013 gilt Denkmalschutz. Im Gästehaus verkehrte viel Polit-Prominenz.
Die Anlage am Clara-Zetkin-Park heute. Seit Juli 2013 gilt Denkmalschutz. Im Gästehaus verkehrte viel Polit-Prominenz.

Fotos: Jan Woitas, dpa


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0