Schüttel! Wird das unser Essen in der Zukunft?

Forscher haben an einer Methode getüftelt, mit der Quallen zur Nahrungsquelle der Zukunft werden könnten.
Forscher haben an einer Methode getüftelt, mit der Quallen zur Nahrungsquelle der Zukunft werden könnten.  © dpa/123RF

Kopenhagen - Wie bekommt man glitschige Quallen auf den Tisch? Die Ressourcen auf dem Erdenball werden knapper. Da tüfteln Forscher an Alternativen zu bisherigem Essen. Quallen könnten die Nahrungs-Lücke schließen. Aber wie soll man die essen?

Die Chinesen machen es uns seit 2000 Jahren vor: Dort gibt's getrocknete Quallen zu futtern. Dänische Forscher haben die Idee jetzt weiterentwickelt. Gastrophysiker der Syddansk Universitet entwickelten eine Methode, die Glitsch-Tiere der Meere schnell und einfach essbar zu machen.

Wäre es nicht wunderbar praktisch? Denn zum einen sind Quallen im Überfluss da - zu viele, wie oft erklärt wird. Und zweitens ist die Suche nach neuen Nahrungsquellen überlebenswichtig für unsere Weltbevölkerung... Was liegt also näher, als das formlose Getier endlich nützlich zu machen?

Ernährungstechnisch hat die gemeine Qualle einiges zu bieten: Sie ist fettlos! Da schreit sicher sogleich die Diät-Industrie auf! Auch Cholesterin ist nicht drin: Das macht die Qualle interessant für Gesundheitsexperten! Und es wird noch besser: Genauso wie Fisch hat eine Qualle viel Protein intus... Auch Spurenelemente fehlen nicht - Natrium, Kalzium, Kalium und Magnesium! Man könnte fast meinen, ein Fahrrad daraus basteln zu können.

Wäre da nicht ein großer Nachteil. So ein ekelhaft wirkender Meeresschwimmer besteht zu 99 Prozent aus Wasser.

In China isst man Quallen in Salz eingelegt mit Gewürzen - allerdings dauert die Trocknung bis zu 40 Tage!
In China isst man Quallen in Salz eingelegt mit Gewürzen - allerdings dauert die Trocknung bis zu 40 Tage!  © DPA

Schauen wir nach China: Dort wird die gallertartige Tier-Masse in Salz und Kaliumaluminiumsulfat eingelegt. Danach geht's zum Trocknen! Wenn man die eigenartigen Schwimmer in Salzwasser kocht, wird das Wasser entzogen, und die Konsistenz ändert sich extrem.

Die erfinderische China-Cuisine macht aus dem Gallert dann Delikatessen: Quallensalate mit eingelegten Quallenstücken, dazu Knoblauch und Kräuter. Die Beigabe von Geschmack durch Gewürze ist bitter nötig: Denn die Qualle hat keinerlei Eigengeschmack...

Jetzt kommen die dänischen Forscher ins Spiel: Statt Salz und Salzwasser setzen sie auf Alkohol. Prost!

Angeblich verkürzt Alkohol den Trocken-Prozess. "Statt üblicherweise bis zu 40 Tagen Einwirkzeit, Trocknung und Aufbereitung dauert der Gerb-Prozess nach dem dänischen Modell nur ein paar Tage", schreibt Deutschlandfunk Nova.

Zum Schluss hat sich die Qualle in einen hauchdünnen knackigen Chip verwandelt. Gedippt in Soßen schmeckt das bestimmt...

Titelfoto: dpa/123RF


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