Wird die Königsbrücker wirklich zur 30er-Zone?

Wann wird die Königsbrücker endlich saniert? Auch die aktuellen Planungsvarianten müssen wohl nachgebessert werden.
Wann wird die Königsbrücker endlich saniert? Auch die aktuellen Planungsvarianten müssen wohl nachgebessert werden.

Von Dirk Hein

Dresden - Seit 21 Jahren wird diskutiert, über zwei Millionen Euro sind in die Sanierungsplanungen der Königsbrücker Straße versickert. Ein Ende ist nicht in Sicht. Auch die aktuellen Planungsentwürfe ruckeln. Zudem muss die Stadt jetzt sogar ein Tempo 30 auf der irgendwann für 32 Millionen Euro sanierten Straße prüfen.

Eigentlich hatten sich Stadtrat und Verwaltung auf die Sanierung der Königsbrücker Straße geeinigt. Im Dezember 2014 stoppten Rot-Rot-Grün diese Pläne. Die Straße soll jetzt weitgehend im Bestand und „stadtteilverträglich“ saniert werden.

Die Stadt hat diese Versionen nun geprüft. Das Ergebnis: Kaum eine Variante kann mit den bisherigen Plänen mithalten. Sogar Straßenbahnen würden ausgebremst.

Im schlechtesten Fall würden Strabas statt wie geplant mit 22 km/h mit 12,9 km/h zum Albertplatz schleichen.

Linke-Stadtrat Martin Schulte-Wissermann (44) kämpft für eine möglichst entschleunigte Königsbrücker Straße.
Linke-Stadtrat Martin Schulte-Wissermann (44) kämpft für eine möglichst entschleunigte Königsbrücker Straße.

Noch schlechter schneiden im Extremfall Autofahrer ab. In einem Variantenvergleich verringert sich deren Tempo von 23,6 auf 8,3 Stundenkilometer.

Auf Antrag von Martin Schulte-Wissermann (44, Pirat und Mitglied der Linksfraktion) prüft die Stadt jetzt zudem die Auswirkungen eines Tempo-30 auf der sanierten Königsbrücker ab Stauffenbergallee. „Tempo 30 erhöht die Sicherheit für Radler und Fußgänger. Wir wollen eine Straße, die im Stadtteil funktioniert. Klappt das auch mit Tempo 50, wird Tempo 30 nicht umgesetzt“, so Schulte-Wissermann.

FDP-Chef Holger Zastrow (46) sieht das anders: „Die neuen rot-rot-grünen Varianten sind eine Zumutung. Autos, Straßenbahnen und Radfahrer werden ausgebremst. Ich bezweifle, dass solche Staufallen förderfähig sind.“

Bürgerbegehren so gut wie gescheitert

Sogar per Drive-In sammelten die Initiatoren Stimmen für das Bürgerbegehren „Königsbrücker jetzt“.
Sogar per Drive-In sammelten die Initiatoren Stimmen für das Bürgerbegehren „Königsbrücker jetzt“.

Mit großem Tamtam startete Ende Januar das Bürgerbegehren zur Sanierung der Königsbrücker Straße.

Etwa 22.000 Unterschriften hätten die Organisatoren um CDU-Chef Christian Hartmann (44) und FDP-Chef Holger Zastrow (46) gebraucht, um einen Bürgerentscheid über die schnellstmögliche Sanierung zu initiieren.

Das rückt jetzt in weite Ferne, erst gut 15.000 Befürworter haben unterschrieben.

„Wir sammeln weiter. Allerdings bewegen die Dresdner momentan einfach andere Themen“, sagt CDU-Chef Hartmann.

Heißt konkret: Das Projekt wird offiziell nicht beerdigt, das Sammelziel rückt aber (nahezu unerreichbar) weit weg.

Fotos: Eric Münch, Thomas Türpe


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