Wird diese Pilzsaison ein Desaster?

Achtung! Dieser Champignon ist ein Giftpilz und verbreitet sich rasend schnell in Sachsen. Rechts: Pilzexperte Stefan Zink.
Achtung! Dieser Champignon ist ein Giftpilz und verbreitet sich rasend schnell in Sachsen. Rechts: Pilzexperte Stefan Zink.

Dresden - Bislang wenig Pfifferlinge und Maronen, dafür giftige Champignons ... Die diesjährige Pilzsaison beginnt verhalten und könnte im Desaster enden. Grund für die bislang eher magere Ausbeute der Pilzsammler: die lange anhaltende Hitze und Trockenheit im Sommer.

Klaus Kühling (38) vom Staatsbetrieb Sachsenforst blickt trotz des Regens der vergangenen Tage skeptisch auf die Pilzsaison. „Wenn es in den kommenden Wochen ordentlich regnet und wärmer wird, klappt das noch“, hofft er. Keinesfalls dürfte es sich stark abkühlen, da Pilze ein feucht-warmes Klima bräuchten.

Wenig Hoffnung hat auch der Dresdner Pilzexperte Stefan Zinke (32): „Ich rechne eher mit einer durchschnittlichen Saison. Vermutlich wird es keine so krasse Artenexplosion geben wie im Vorjahr. Die lange Trockenheit macht sich bemerkbar. Doch wer Geduld und Ausdauer mitbringt, wird auch dieses Jahr belohnt.“ Die Wälder und Wiesen im Erzgebirge oder Vogtland sind von jeher als „pilzsicher“ bekannt.

„Auch in der Dippoldiswalder und Dresdner Heide sowie dem Lockwitzgrund sprießen einige essbare Pilze. Die Leute kamen schon mit Steinpilzen, Maronen und Riesenschirmpilzen zu mir“, so Pilzberater Wolfgang Neubert (73).

Aber er rät auch zur Vorsicht: „Ich habe bisher viele Giftchampignons aussortiert. An den Lamellen sind sie kaum von essbaren Champignons zu unterscheiden. Doch ihre Stielbasis leuchtet verräterisch gelb.“

MOPO24-Leser Ronny aus Dresden hat am Wochenende an der Königsbrücker Heide fette Beute gemacht.

Fotos: Holm Helis, imago, picture alliance


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