Husum könnte bald komplett "Fairtrade" werden!

Husum - Husum will "Fairtrade-Stadt" werden. Auf bunten Flyern wirbt die Stadt mit dem Ruf als "Metropole" an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins deshalb zurzeit für die Beteiligung an dem Fairtrade-Projekt. Worum geht dabei?

Besonders bei Kaffee greifen schon heute immer mehr Menschen zu fair gehandelten und produzierten Produkten.
Besonders bei Kaffee greifen schon heute immer mehr Menschen zu fair gehandelten und produzierten Produkten.  © Fairtrade Deutschland/Wolf Sondermann

Die dank Theodor Storm auch als "Graue Stadt am Meer" bekannte Nordseeküstenstadt nahe der dänischen Grenze mausert und modernisiert sich zusehends.

Auf Flyern, die fast so bunt sind wie die Häuser am Hafen, wird zurzeit bei den Husumern, aber auch bei den heimischen Unternehmen, Vereinen und Schulen um Engagement für das Projekt "Fairtrade-Towns".

Dabei ginge es "um fairen Handel", sagte Heike Lorenzen vom Bioladen "Ebbe und Flut". Dazu gehörten unter anderem gerechte Arbeitsbedingungen sowie soziale und umweltschonende Herstellungs- und Handelsstrukturen.

Fairtrade-Städte gibt es in Deutschland seit zehn Jahren. In Schleswig-Holstein sind bislang 23 Kommunen als Fairtrade-Stadt zertifiziert worden.

Im Vergleich zum Westen und Süden, ist der Norden der Bundesrepublik allerdings noch recht dünn besiedelt, was Fairtrade-Städte angeht, wie diese Karte zeigt. In Husum folgen den Lippenbekenntnissen also hoffentlich bald Taten.

Die 5 Kriterien für Fairtrade-Städte

Sollten die Kriterien für respektvollen und sorgfältigen Handel in Husum bald erfüllt werden, dürfen sich Einwohner und Touristen über neue, faire Einkaufs- und Konsummöglichkeiten freuen.
Sollten die Kriterien für respektvollen und sorgfältigen Handel in Husum bald erfüllt werden, dürfen sich Einwohner und Touristen über neue, faire Einkaufs- und Konsummöglichkeiten freuen.  © Fairtrade Deutschland/Miriam Ersch

Die Stadt will das Image von Husum mit der Zertifizierung als Stadt mit fairem Handel unbedingt aufpolieren. Um das Fairtrade-Zertifikat für eine Stadt zu erlangen, müssen zunächst aber fünf Kriterien erfüllt werden:

1. Der Ratsbeschluss

Den ersten Schritt in Richtung "Fairtrade-Stadt" muss die Politik machen. Die Kommune verabschiedet einen Ratsbeschluss zur Unterstützung des fairen Handels, wobei von da an bei allen öffentlichen Sitzungen sowie im Büro des Ober-/Bürgermeisters nur noch fair gehandelter Kaffee und ein weiteres Produkt ausgeschenkt werden.

2. Eine Steuerungsgruppe

Eine lokale sogenannte Steuerungsgruppe wird gebildet und nimmt das Ruder, auf dem Weg zur Fairtrade-Town in die Hand. Das heißt die Aktivitäten vor Ort werden von dieser Gruppe koordiniert. Sie muss aus mindestens drei Personen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft bestehen.

3. Faire Einkaufsmöglichkeiten

Um der Zertifizierung gerecht zu werden, muss es in Husum fortan möglich sein, auch Fairtrade-Produkte im Handel erwerben zu können. Das heißt im Klartext, dass in den lokalen Einzelhandelsgeschäften und bei Floristen sowie in Cafés und Restaurants mindestens zwei Produkte aus fairem Handel angeboten werden müssen.

4. Die Zivilgesellschaft einbinden

Selbstständige, politisch und sozial engagierte Bürger und Bürgerinnen sollen die Stadt Husum in Zukunft aktiv mit gestalten und vom dem Fairtrade-Vorstoß auch im öffentlichen Raum profitieren. Das heißt, Produkte aus fairem Handel werden in Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen verwendet. Darüber hinaus wird zum Thema fairer Handel geschult und gebildet, oft im Rahmen weiterer Kampagnen von TransFair, dem Verein zur Förderung des fairen Handels, der das Projekt ins Leben gerufen hat. Hier spielt die Kampagne Fairtrade-Schools beispielsweise eine große Rolle.

5. Medien & Öffentlichkeitsarbeit

Die Steuerungsgruppe gestaltet die Öffentlichkeitsarbeit und informiert über die Aktivitäten zum Thema Fairtrade in der Kommune. Die lokalen Medien berichten über die Ereignisse vor Ort. Pro Jahr sollen mindestens vier Artikel erscheinen, bei denen die Kampagne thematisiert wird. Das geht in Printmedien, genauso wie über Online-Artikel, Berichterstattungen auf der kommunalen Website.

Und irgendwie passt der alternative Fairtrade-Ansatz auch zu den naturverbundenen Husumern. Die Stadt liegt nämlich direkt am Nationalpark und UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer. Bald bietet die Region also nicht mehr nur einzigartige Naturerlebnisse, sondern leistet auch einen kleinen Beitrag zum fairen Welthandel.

So bunt, süß und lecker sieht das Süßigkeiten-Sortiment mit Fairtrade-Logo aus!
So bunt, süß und lecker sieht das Süßigkeiten-Sortiment mit Fairtrade-Logo aus!  © Fairtrade Deutschland/Jakub Kaliszewski

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