Vorsicht Falle: Wenn der Chef im Büro anruft und viel Geld verlangt!

Düsseldorf - Mit der sogenannten "Chef-Masche" haben Betrüger bei Unternehmen in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr fast sieben Millionen Euro erbeutet.

Der angebliche Chef ruft die Mitarbeiter der Verwaltung an und fordert viel Geld - eine Betrugsmasche. (Symbolbild)
Der angebliche Chef ruft die Mitarbeiter der Verwaltung an und fordert viel Geld - eine Betrugsmasche. (Symbolbild)  © 123RF

Die Zahl der Fälle habe sich im Vergleich zum Vorjahr von 115 auf 243 mehr als verdoppelt, berichtet das Landeskriminalamt NRW in seinem jüngsten Lagebericht zur Wirtschaftskriminalität.

Der Trend habe sich in den ersten Monaten dieses Jahres fortgesetzt. Die "Neue Rhein/Neue Ruhr-Zeitung (NRZ)" hatte zuerst berichtet. Das Phänomen wurde in NRW vor drei Jahren erstmals registriert.

Viele Unternehmen scheinen auf derartige Angriffe inzwischen besser vorbereitet: Trotz der Verdopplung der Betrugsattacken wuchs der Schaden nur um gut zehn Prozent von 6 Millionen auf 6,7 Millionen im Vergleichszeitraum.

Bei der "Chef-Masche" melden sich Betrüger per Mail oder Anruf als Chef bei der Buchhaltung eines Unternehmens, drängen auf absolute Diskretion und Überweisung hoher Summen ins Ausland - angeblich für Unternehmenszukäufe, Patentrechte, Maschinen oder Immobilien.

Das LKA weist in seinem Bericht auf eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hin, wonach die Täter in fünf Prozent aller Fälle Erfolg haben.

Neu sei, dass sie nach Großunternehmen nun auch umsatzstarke Kleinunternehmen im Visier haben. Das Phänomen der "Chef-Masche" ist auch als "CEO-Fraud" oder "Geschäftsführer-Trick" bekannt.

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