Urteil über deutschen Juristen in Wirtschaftsspionage-Prozess gefallen

Zürich - Der in der Schweiz wegen Wirtschaftsspionage angeklagte Stuttgarter Jurist Eckart Seith erfährt an diesem Donnerstag in Zürich das Urteil.

Eckart Seith soll mithilfe vertraulicher Dokumente eine Millionenentschädigung für seinen Mandanten erstritten haben.
Eckart Seith soll mithilfe vertraulicher Dokumente eine Millionenentschädigung für seinen Mandanten erstritten haben.  © DPA

Die Staatsanwaltschaft hat dreieinhalb Jahre Haft gefordert. Seith hatte in Ulm mithilfe vertraulicher Dokumente der Schweizer Bank J. Safran Sarasin eine Millionenentschädigung für seinen Mandanten, den Drogerieunternehmer Erwin Müller, erstritten.

Gleichzeitig brachte er Ermittlungen wegen massiven Steuerbetrugs rund um die dubiosen Cum-Ex-Aktiengeschäfte ins Rollen.

Seith sagt, er habe mit den Dokumenten Straftaten aufgedeckt. Die Ankläger stehen auf dem Standpunkt, es sei trotzdem strafbar, sich solche Dokumente zu besorgen.

Mitangeklagt sind zwei deutsche Ex-Mitarbeiter der Bank.

Eckart Seith wurde freigesprochen

Update 18 Uhr: Der in Deutschland als Skandal-Aufdecker gefeierte Stuttgarter Jurist Eckart Seith ist in Zürich vom Vorwurf der Wirtschaftsspionage freigesprochen worden.

Ihm wurde wegen Anstiftung zu einem Verstoß gegen das Bankengesetz aber eine Geldstrafe zur Bewährung auferlegt, wie der Richter am Donnerstag vor dem Bezirksgericht in Zürich ausführte. Seiths Anwalt kündigte umgehend Berufung an. "Ein schmutziges Urteil", sagte Seith nach der Entscheidung.

Ein mitangeklagter Deutscher wurde in einem Fall wegen Wirtschaftsspionage verurteilt und erhielt eine Haftstrafe von 13 Monaten auf Bewährung und eine Geldstrafe.

Ein weiterer mitangeklagter Deutscher erhielt ebenfalls eine Geldstrafe auf Bewährung.

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