1700 Arbeitsplätze in Gefahr: Chemie-Konzern Covestro peilt massiven Stellenabbau an

Leverkusen - Der Chemiekonzern Covestro steht vor einem Stellenabbau.

Das Logo des Kunststoffkonzerns Covestro leuchtet vor der Unternehmenszentrale am Chempark in Leverkusen.
Das Logo des Kunststoffkonzerns Covestro leuchtet vor der Unternehmenszentrale am Chempark in Leverkusen.  © Oliver Berg/dpa

Im Rahmen eines Transformationsprogrammes überprüfe man die weltweiten Aktivitäten daraufhin, ob sie zur Strategie passten und zu einem nachhaltigen Wachstum beitragen, sagte ein Firmensprecher am Freitag. "In diesem Zusammenhang wird es auch zu personellen Anpassungen kommen."

Doppelstrukturen sollen abgeschafft und Abläufe vereinfacht werden. Ersten Schätzwerten zufolge geht es um bis zu 1700 Stellen weltweit und mehr als 900 in Deutschland, die bis Ende 2023 abgebaut werden sollen. Die Zahlen seien aber "absolut nicht in Stein gemeißelt", so der Sprecher.

Derzeit hat Covestro weltweit etwa 18.000 Beschäftigte, davon 6500 in Deutschland - und zwar in Leverkusen, Dormagen und Krefeld in NRW sowie in Brunsbüttel in Schleswig-Holstein und Meppen in Niedersachsen.

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Bei dem Programm, mit dem die Firma "fit für die Zukunft" gemacht werden soll, wird es Firmenangaben zufolge keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Der Stellenabbau soll zum Beispiel über Abfindungen erfolgen.

Betriebsbedingte Kündigungen bis 2025 ausgeschlossen

Das heutige Covestro-Geschäft gehörte früher zur Bayer AG, 2015 wurde es abgespalten und auf eigene Füße gestellt.
Das heutige Covestro-Geschäft gehörte früher zur Bayer AG, 2015 wurde es abgespalten und auf eigene Füße gestellt.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Betriebsbedingte Kündigungen sind in einer Betriebsvereinbarung ohnehin bis Ende 2025 ausgeschlossen, diese Vereinbarung soll bis 2028 verlängert werden.

Das heutige Covestro-Geschäft gehörte früher zu Bayer, 2015 wurde es abgespalten und auf eigene Füße gestellt. Nach einem schwachen Corona-Jahr 2020 zogen die Geschäfte des Dax-Konzerns zuletzt an.

Im zweiten Halbjahr 2021 kam Covestro bei einem Umsatz von 7,3 Milliarden Euro auf einen Gewinn von 842 Millionen Euro, im Vorjahreszeitraum war es ein kleiner Verlust gewesen (minus 32 Millionen Euro).

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Die Kunststoffe von Covestro werden in zahlreichen Produkten verarbeitet - die weichen Schaumstoffe beispielsweise in Matratzen, Autositzen und Sofas und die harten Schaumstoffe als Isoliermaterial in Kühl- und Gefrierschränken sowie in Häuserfassaden.

Andere Substanzen - sogenannte Polycarbonate - werden für Autoscheinwerfer und Handy- oder Laptop-Gehäuse genutzt. Lacke, bei denen Covestro die Grundstoffe liefert, sollen Autos und Möbel kratzfest machen.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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