Wegen Hamsterkäufen: Aldi holt Nudeln per Sonderzug nach Deutschland

Essen/Mülheim - Nudel-Nachschub per Bahn statt Lastwagen: Damit es auch künftig genug Pasta im Regal gibt, holt Aldi zusammen mit DB Schenker die Ware nun per Sonderzug aus Italien nach Deutschland.

Nudeln in einem Supermarkt-Regal.
Nudeln in einem Supermarkt-Regal.  © Patrick Seeger/dpa

"Mehrere Sonderzüge haben bereits in einer ersten Lieferung über 60.000 Pakete Fusilli, mehr als 75.000 Pakete Penne und weit über eine Viertelmillion Pakete Spaghetti aus Italien nach Nürnberg gebracht", heißt es in einer Mitteilung des Discounters vom Donnerstag. 

Insgesamt habe die Bahn-Logistiktochter Schenker mehr als 200 Tonnen Pasta in rund 300 Paletten geliefert. Von Nürnberg aus lieferten Lkw die Pakete an Filialen in Süddeutschland aus.

Haltbare Lebensmittel wie Nudeln oder Klopapier sind nach Aldi-Angaben in der Coronavirus-Krise stark gefragt, auch weil Hamsterkäufer viel aufkaufen. 

Gleichzeitig sei es schwieriger geworden, die Waren nach Deutschland zu transportieren. "Weil Transporte nach Italien aktuell rückläufig sind, fehlen dort Lkw und Züge für den Weg zurück." 

Mit der nun geschaffenen Alternative sei man nicht mehr nur von einem Spediteur abhängig und könne flexibel auf Engpässe reagieren. 

Eine weitere Lieferung mit mehr als 250 Paletten ist laut Mitteilung bereits auf dem Weg. Momentan liefen Gespräche zwischen Aldi und Schenker, ob es solche Sonderzüge in Zukunft regelmäßig geben werde, sagte ein Sprecher des Logistikunternehmens.

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Supermärkte wie Aldi und Rewe befürchten Oster-Ansturm

Aldi holt Nudeln per Sonderzug aus Italien. (Symbolbild)
Aldi holt Nudeln per Sonderzug aus Italien. (Symbolbild)  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Der Lebensmittelhandel in Deutschland befürchtet trotz der Corona-Pandemie einen Osteransturm der Kunden. 

Ostern sei eines der wichtigsten Feste in Deutschland. Traditionell werde davor viel eingekauft, sagte der Sprecher des Handelsverbandes Lebensmittel (bvlh), Christian Böttcher am Mittwoch. 

Das Problem: In diesem Jahr dürften die Einkäufe wegen der überall in Deutschland geltenden Zugangs- und Abstandsregelungen in den Märkten erheblich behindert werden.

Große Handelsunternehmen appellierten deshalb bereits an die Kunden, die Ostereinkäufe möglichst nicht nur auf den Gründonnerstag und den Karsamstag zu legen, sondern die Einkäufe besser frühzeitig zu erledigen.

"Alle, die dazu die Möglichkeit haben, sollten zumindest Teile ihrer Ostereinkäufe vorziehen im Laufe der kommenden Tage. So können der Gründonnerstag und der Karsamstag, an denen wir mit mehr als zehn Millionen Kunden üblicherweise eine besonders hohe Nachfrage erleben, entlastet werden", sagte Rewe-Chef Lionel Souque der Deutschen Presse-Agentur.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Patrick Seeger/dpa

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