Das deutsche Handwerk ist jobsicher und sinnstiftend - und doch fehlen die Azubis

Berlin - Viele Handwerksbetriebe suchen händeringend nach Azubis. Es gebe einen "eklatanten Bewerbermangel", heißt es in einer Umfrage des Zentralverbands des Deutschen Handwerks zur Ausbildungssituation.

Der neue Handwerkspräsident Jörg Dittrich (53) sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Handwerksbetriebe hätten weiter einen großen Ausbildungswillen.
Der neue Handwerkspräsident Jörg Dittrich (53) sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Handwerksbetriebe hätten weiter einen großen Ausbildungswillen.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

"Doch es fehlen die Bewerberinnen und Bewerber für die offenen Lehrstellen", berichtete der Handwerkspräsident.

Dabei seien die Berufschancen derzeit so gut wie kaum jemals zuvor. "Für alle Modernisierungsaufgaben der Zukunft werden qualifizierte Fach- und Führungskräfte im Handwerk gebraucht", so Dittrich.

In einem Papier des Verbandes heißt es, die Suche nach Auszubildenden gestalte sich zunehmend schwierig.

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Als Gründe werden die demografische Entwicklung, der Trend zu höheren Schulabschlüssen sowie ein wachsendes Interesse an einer Ausbildung im Pflege- und Erziehungsbereich genannt.

Handwerk ist sinnstiftend - erfährt man selten am Gymnasium

Dem Handwerk fehlten bereits aktuell mehrere Hunderttausend Fachkräfte. Diese Lücke drohe sich in den nächsten Jahren noch einmal zu vergrößern.
Dem Handwerk fehlten bereits aktuell mehrere Hunderttausend Fachkräfte. Diese Lücke drohe sich in den nächsten Jahren noch einmal zu vergrößern.  © Felix Kästle/dpa

In der Umfrage gaben 27 Prozent der Betriebe im Handwerk an auszubilden. Dieser Anteil würde allerdings ohne den aktuell eklatanten Bewerbermangel deutlich höher liegen, hieß es.

Jeder zweite Handwerksbetrieb gab an, keine passenden Bewerber für offene Ausbildungsplätze zu finden.

Es hätten sich etwa die Lese-, Schreib- und Rechenfertigkeiten von Ausbildungsanfängern in den vergangenen zehn Jahren spürbar verschlechtert. Der 53-jährige Dittrich kritisierte:

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"Wie digital, jobsicher und vor allem sinnstiftend das Handwerk ist, davon erfahren Jugendliche in den Schulen und besonders in Gymnasien bislang nur unzureichend, weil es noch keine bundesweit flächendeckende Berufsorientierung zu den Möglichkeiten der beruflichen Aus- und Fortbildung gibt."

Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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