Das sind zwei Gewinner der Corona-Krise

Berlin - Eigentlich verbietet es sich, von Gewinnern der Corona-Krise zu sprechen. Zalando und Hellofresh outen sich nun jedoch als Profiteure der Pandemie.

Zalando geht laut Aussage von Finanzchef David Schröder gestärkt aus der ersten Welle der Corona-Pandemie hervor.
Zalando geht laut Aussage von Finanzchef David Schröder gestärkt aus der ersten Welle der Corona-Pandemie hervor.  © Jens Kalaene/ZB/dpa

Nach einer Delle zu Beginn der Corona-Krise läuft das Geschäft für den Online-Modehändler Zalando inzwischen wieder prächtig. Das liegt neben mehr Kunden und Bestellungen auch daran, dass immer mehr Marken und Einzelhändler die Plattform für den eigenen Vertrieb nutzen - und dafür eine Provision zahlen.

"Wir sind aus der ersten Welle der Pandemie deutlich stärker herausgekommen, als wir hineingegangen sind", sagte Finanzchef David Schröder am Dienstag bei der Präsentation der Zahlen für das zweite Quartal.

Dabei hatte die Corona-Krise zunächst auch Zalando getroffen. Verbraucher konsumierten generell weniger. Der Online-Konzern machte im März deshalb deutliche Verluste und kündigte ein Sparprogramm von 350 Millionen Euro an, das unter anderem durch Gehaltsverzicht des Vorstands sowie der unteren Managementebene zustande kommen sollte.

"Inzwischen konnten wir viele dieser Maßnahmen wieder aufheben", sagte Schröder am Dienstag. "Wir haben wieder begonnen, einzustellen", viele Mitarbeiter hätten Gehaltserhöhungen bekommen.

Auch Hellofresh profitiert von der Corona-Krise

Mit Hellofresh profitiert ein weiteres Unternehmen von der Corona-Pandemie.
Mit Hellofresh profitiert ein weiteres Unternehmen von der Corona-Pandemie.  © picture alliance/dpa

Der Kochboxenlieferant Hellofresh entwickelt sich zu einem der größten Gewinner der Corona-Krise. Nach einem Absatzrekord im zweiten Quartal hält es das Management um Vorstandschef und Mitgründer Dominik Richter jetzt für möglich, die Erlöse im laufenden Jahr fast zu verdoppeln.

Auch der operative Gewinn soll höher ausfallen. In einigen Absatzmärkten treibe die Verschärfung der Pandemie die Nachfrage an, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Das Geschäft im Ausland soll ausgebaut werden.

Das Unternehmen profitiert davon, dass viele Menschen infolge der Pandemie im Homeoffice arbeiten, ihre Kinder zu Hause betreuen und statt in der Kantine zu essen selbst jeden Tag etwas Warmes auf den Tisch zaubern müssen.

Hellofresh bietet Essensvorschläge samt Zutaten an, aus denen sich die Kunden Kochboxen zusammenstellen können. Anfang Juni expandierte Hellofresh nach Dänemark und ist damit in 14 Ländern vertreten. Zudem unterschrieb das Unternehmen Mietverträge für Produktionsstätten im britischen Nuneaton und in Newnan im US-Bundesstaat Georgia.

Nach außen läuft es für die beiden Unternehmen gut. Zalando muss aktuell jedoch intern einiges klären. Nach Berichten über Rassismusvorwürfe hat Zalando eine Kanzlei damit beauftragt, die Anschuldigungen aufzuarbeiten.

Titelfoto: picture alliance/dpa, Jens Kalaene/zb/dpa, 123RF/Volodymyr Hryshchenko (Bildmontage)

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