Komplett schuldenfrei! Galeria Karstadt Kaufhof macht Zukunftspläne

Essen – Deutschlands letzter großer Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) kann durchstarten. Das Amtsgericht Essen hob am Mittwoch die Insolvenzverfahren für den Warenhauskonzern auf, wie ein Justizsprecher mitteilte.

Der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof ist nach dem Insolvenzverfahren ab dem 1. Oktober komplett schuldenfrei.
Der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof ist nach dem Insolvenzverfahren ab dem 1. Oktober komplett schuldenfrei.  © Georg Wendt/dpa

Mit dazu gehören auch die Tochterunternehmen Karstadt Sport, Karstadt Feinkost, Le Buffet und Dinea auf.

Die Gläubiger hatten zuvor den von der Unternehmensführung ausgearbeiteten Insolvenzplänen zugestimmt und damit auf Forderungen in Höhe von mehr als zwei Milliarden Euro verzichtet.

Für tausende Mitarbeiter bedeutet die Neuaufstellung allerdings den Verlust ihrer Arbeitsplätze. Denn die Sanierungspläne sehen die Schließung von mehr als 40 Warenhäusern vor. Fast 130 Kaufhäuser und mehr als 16.000 Arbeitsplätze bleiben aber erhalten.

GKK-Chef Miguel Müllenbach blickt nun mit Optimismus in die Zukunft. In einem Interview mit der Bild am Sonntag sagte er vor wenigen Tagen: "Galera Karstadt Kaufhof ist ab 1. Oktober schuldenfrei und hat eine starke Kapitalbasis".

Und weiter: "Es waren harte Wochen für uns alle, insbesondere für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Jetzt aber schauen wir nach vorn".

Galeria Karstadt Kaufhof will "vernetzter Marktplatz der Zukunft" werden

Die Gläubiger des Warenhauskonzerns Galeria Kaufhof Karstadt verzichten auf Forderungen von mehr als zwei Milliarden Euro.
Die Gläubiger des Warenhauskonzerns Galeria Kaufhof Karstadt verzichten auf Forderungen von mehr als zwei Milliarden Euro.  © Oliver Berg/dpa

Müllenbach kündigte an, der Warenhausriese wolle sich künftig bei seinem Angebot mehr an den lokalen und regionalen Gegebenheiten der Standorte ausrichten und außerdem viel digitaler werden.

"Wir werden unseren Onlinehandel massiv ausbauen" sagte er. In diesem Bereich sei GKK in der Vergangenheit viel zu langsam und altbacken gewesen.

Galeria Karstadt Kaufhof hatte Anfang April im Zuge der Corona-Krise Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen.

Der ohnehin angeschlagene Konzern war durch die Corona-bedingte vorübergehende Schließung aller Filialen in eine schwere Krise geraten. Nun soll der Konzern nach den Plänen der Geschäftsführung zum "vernetzten Marktplatz der Zukunft" werden.

Die Aufgaben auf dem Weg dorthin sind allerdings beträchtlich. Denn schon vor der Pandemie machten der Siegeszug des Onlinehandels und die seit Jahren sinkenden Besucherzahlen in den Innenstädten dem Konzern zu schaffen.

Titelfoto: Georg Wendt/dpa

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