Krise abgewendet? Flensburger Schiffbau-Gesellschaft wird verkauft

Flensburg - Für die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) scheint es trotz Insolvenz mit verkleinerter Belegschaft weiterzugehen.

Eine Fähre liegt bei der Flensburger Schiffbaugesellschaft (FSG) zum Stapellauf bereit.
Eine Fähre liegt bei der Flensburger Schiffbaugesellschaft (FSG) zum Stapellauf bereit.  © Carsten Rehder/dpa

Wie Investor Lars Windhorst am Freitag in Flensburg auf der Werft ankündigte, werden mehrere zur Tennor Holding gehörende Gesellschaften die Werft und 350 der 650 Mitarbeiter zum 1. September übernehmen. Darunter sind alle 31 Auszubildenden und 9 Mitarbeiter, die ein duales Studium absolvieren. 

Der Kaufvertrag ist demnach bereits notariell beurkundet. Der Kaufpreis ist nicht bekannt. Damit ist die Pella Sietas Gruppe nicht zum Zuge gekommen.

Dennoch müssen 300 Arbeitnehmer, die Werft nun verlassen. Sie sollen bereits zum 1. August für sechs Monate in eine Transfergesellschaft wechseln können, um für die Suche nach einem neuen Job fit gemacht zu werden. 

Zudem stellte Windhorst zwei Schiffbauaufträge in Aussicht.

"In diesen schwierigen Zeiten, in denen vieles im Umbruch ist, ist es für mich wichtig, zur FSG und zu den Mitarbeitern zu stehen", sagte Windhorst. Leider sei es nicht möglich, alle Arbeitsplätze zu erhalten. 

"Ich glaube aber grundsätzlich an eine Zukunft des Unternehmens, deshalb setze ich mich mit Tennor erneut dafür ein." Vor der Werft liege aber ein schwieriger Weg der Umstrukturierung.

Insolvenzverfahren wird eröffnet

An dem Spitzentreffen auf der Werft nahmen auf Einladung der IG Metall neben Windhorst auch Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) und Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD) teil. Anschließend informierten sie über die Pläne für die Zukunft.

Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das FSG-Vermögen ist für diesen Samstag geplant. Im April wurde der Insolvenzantrag beim Amtsgericht Flensburg gestellt.

Die Produktion stand wegen der Corona-Pandemie monatelang still, die 650 Mitarbeiter waren in Kurzarbeit.

Titelfoto: Carsten Rehder/dpa

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