Friedensaktivisten als Aktionäre: Heute legt Heckler & Koch Quartalszahlen vor

Oberndorf - Nach einem mäßigen Jahresauftakt legt der Waffenhersteller Heckler & Koch (HK) auf seiner Hauptversammlung an diesem Dienstag (10 Uhr) Zahlen für das zweite Quartal vor.

Oberndorf am Neckar: Eine Präsentationswand mit Waffen von Heckler & Koch. (Archiv)
Oberndorf am Neckar: Eine Präsentationswand mit Waffen von Heckler & Koch. (Archiv)  © Marijan Murat/dpa

In den ersten drei Monaten waren Umsatz und Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum etwas gesunken, weil einige Lieferungen und Zahlungen auf den späteren Jahresverlauf terminiert waren.

Die Zahlenvorlage bei dem Aktionärstreffen wird zeigen, ob die wirtschaftliche Erholung der hoch verschuldeten Waffenschmiede an Tempo gewinnt.

HK hat rund 1000 Beschäftigte, mehr als 900 davon sind am Stammsitz in Oberndorf südwestlich von Stuttgart tätig.

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Zu den Konkurrenten des Unternehmens gehört C.G. Haenel aus Suhl in Thüringen. HK und Haenel streiten schon seit längerem um einen Großauftrag des Bundes über 120.000 Sturmgewehre.

Zuletzt hatte der Bund bekannt gegeben, den Auftrag an HK vergeben zu wollen. Doch Haenel legte Rechtsmittel ein - eine finale Entscheidung über den Deal dürfte es erst nächstes Jahr geben.

Das Großprojekt, dessen Auslieferung sich über sieben Jahre strecken soll, ist auch wichtig für das Prestige: Mit der Bundeswehr als Großkunden hat eine Waffenfirma bessere Karten im Werben um andere Kunden.

Friedensaktivisten stellen Fragen

Bei der online abgehaltenen Hauptversammlung müssen sich Vorstandschef Jens Bodo Koch und Finanzvorstand Björn Krönert auch den Fragen von Friedensaktivisten stellen.

Die sind Kleinaktionäre bei dem börsennotierten Unternehmen - ihre Anteilsscheine nutzen sie als Zugang zu der Hauptversammlung, um der Chefetage einmal im Jahr die Leviten zu lesen.

Das Bündnis "Kritische Aktionär*innen Heckler & Koch" hat nach eigenen Angaben mehr als 100 Fragen eingereicht und kritisiert zum Beispiel Waffenlieferungen an Nicht-Nato-Staaten.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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