Schrittweise Enteignung der Bürger durch Rekord-Inflation? Füracker fordert Handeln

Augsburg - Bayerns Finanzminister Albert Füracker (54, CSU) fordert angesichts der Inflation eine Neuausrichtung der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).

Bayerns Finanzminister Albert Füracker (54) verlangt von der Europäischen Zentralbank, "endlich Farbe zu bekennen".
Bayerns Finanzminister Albert Füracker (54) verlangt von der Europäischen Zentralbank, "endlich Farbe zu bekennen".  © Daniel Karmann/dpa

"Die aktuelle Rekord-Inflation enteignet die Menschen sukzessiv. Energiepreise schießen in die Höhe, Nahrungsmittel werden immer teurer – insbesondere einkommensschwache Familien stellt das vor massive Herausforderungen", sagte Füracker der "Augsburger Allgemeinen" in der Montagsausgabe.

Der Minister forderte die EZB auf, ihre Zinspolitik zu überdenken. Die EZB müsse die Sorgen der Menschen ernst nehmen.

Auch bei ihrer Sitzung im April habe die Zentralbank die Gelegenheit verpasst, der Geldentwertung entgegenzutreten.

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Dabei sei die Sicherung stabiler Preise die Kernaufgabe einer Notenbank. Füracker sagte: "Handelt die EZB weiter so zögerlich, riskiert sie, dass ihr die Kontrolle über die Geldwertstabilität aufgrund der rasant steigenden Inflation entgleitet."

Für die nächste geldpolitische EZB-Sitzung Anfang Juni prophezeit der Minister einen "Showdown": "Dann muss die EZB endlich Farbe bekennen und die längst überfällige Zinswende einläuten", sagte Füracker.

Das sei besonders für Deutschland wichtig. "Deutschland ist Sparerland", so der Minister. "Die Rekordinflation frisst das Sparvermögen der Menschen auf – das führt zu Unsicherheit."

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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