Rettungsplan bewilligt: Galeria Karstadt Kaufhof bekommt weitere Chance

Essen/Köln - Die Gläubiger des Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof stellen am Dienstag (13 Uhr) in Essen die Weichen für die Zukunft des ums Überleben kämpfenden Traditionsunternehmens.

Heute entscheidet sich die Zukunft des Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof.
Heute entscheidet sich die Zukunft des Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof.  © Oliver Berg/dpa

Wichtigster Punkt auf der Tagesordnung des Gläubigertreffens ist die Abstimmung über den von der Unternehmensführung ausgearbeiteten Insolvenzplan, der den Weg zu einer Gesundung des Warenhausriesen weisen soll.

Medienberichten zufolge verlangt die Unternehmensführung darin von Vermietern, Lieferanten und anderen Gläubigern, auf einen Großteil ihrer Forderungen an den Warenhauskonzern zu verrichten, um ihm einen Neuanfang zu ermöglichen. 

Insgesamt soll es um mehr als zwei Milliarden Euro gehen. 

Außerdem sieht der Plan die Schließung von mehr als 40 Warenhäusern und zahlreichen Karstadt-Sports-Filialen vor.

Trotz aller Härten gilt die Annahme des Insolvenzplans als wahrscheinlich. 

Denn so können die Gläubiger hoffen, zumindest noch einen kleinen Teil ihres Geldes zurückzuerhalten. 

Was passiert bei Ablehnung?

Die Gläubigerversammlung der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH findet am Dienstag in Essen statt.
Die Gläubigerversammlung der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH findet am Dienstag in Essen statt.  © Oliver Berg/dpa

Bei einer Ablehnung des Insolvenzplans droht dagegen nach Einschätzung von Insolvenzexperten das Aus für den Konzern und damit möglicherweise ein Totalverlust der Forderungen.

Galeria Karstadt Kaufhof war durch die coronabedingte Schließung aller Filialen in eine schwere Krise geraten und hatte Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. 

Das Unternehmen berichtete damals, es erwarte allein in diesem Jahr durch Corona einen Umsatzverlust von einer Milliarde Euro.

Mitte Juni kündigte der Warenhausriese dann an, im Rahmen seiner Sanierungspläne insgesamt 62 der 172 Warenhäuser schließen zu wollen. 

Dank der Zugeständnisse von Vermietern und Hilfen von Kommunen gelang es seitdem aber noch einmal, die Zahl der Schließungsfilialen spürbar zu reduzieren. 

Durch den Sanierungsplan erhofft sich Galeria Karstadt Kaufhof, innerhalb weniger Jahre in die schwarzen Zahlen zurückkehren zu können.

Update, 17.30 Uhr: Gläubigerversammlung stimmt Rettungsplan zu

Die Gläubigerversammlung des Warenhauskonzerns stimmte am Dienstag Insolvenzplan zur Rettung des Traditionsunternehmens zu.
Die Gläubigerversammlung des Warenhauskonzerns stimmte am Dienstag Insolvenzplan zur Rettung des Traditionsunternehmens zu.  © Paul Zinken/dpa-zb-Zentralbild/dpa

Deutschlands letzte große Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) bekommt noch eine Chance.

Die Gläubigerversammlung des Warenhauskonzerns stimmte am Dienstag dem von der Unternehmensführung unter Aufsicht des Sachwalters Frank Kebekus erarbeiteten Insolvenzplan zur Rettung des Traditionsunternehmens zu. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Unternehmenskreisen.

In einem nach dem Ja der Gläubiger verschickten Mitarbeiterbrief sagte GKK-Chef Miguel Müllenbach: "Der heutige Tag ist der Startschuss für einen Neuanfang, denn unser Unternehmen hat jetzt wieder eine gesunde Basis und die Aussicht auf eine sichere Zukunft."

Das Insolvenzfahren soll nach den Plänen der Unternehmensführung noch in diesem Monat abgeschlossen werden. Der Warenhausriese könne sich dann voraussichtlich schon im Oktober wieder ohne insolvenzrechtliche Einschränkungen und schuldenfrei dem Wettbewerb um die Kunden stellen, betonte Müllenbach.

"Wir werden dann stärker und besser aufgestellt sein als vor der Corona-Krise, die voraussichtlich schon im Herbst noch einige Unternehmen in Schieflage bringen wird, die sich, anders als wir, hoch verschuldet haben."

Für die Gläubiger bedeutet der Schritt allerdings den Verzicht auf einen Großteil des Geldes, das ihnen der Warenhauskonzern noch schuldet. Insgesamt müssen die Lieferanten, Vermieter und sonstigen Gläubiger nach dpa-Informationen auf mehr als zwei Milliarden Euro verzichten.

Titelfoto: Paul Zinken/dpa-zb-Zentralbild/dpa

Mehr zum Thema Wirtschaft News:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0