Harter Streit um "zarte Babyhaut": Bübchen gegen Nivea!

Düsseldorf - Die Bübchen Skincare GmbH hatte dem Konkurrenten Nivea vorgeworfen, bei seiner Babypflege-Serie das Bübchen-Produktdesign kopiert zu haben. Das Düsseldorfer Landgericht wies die Klage jedoch am Mittwoch ab.

Die Flaschen und Tuben von Bübchen und Nivea sehen sich sehr ähnlich.
Die Flaschen und Tuben von Bübchen und Nivea sehen sich sehr ähnlich.  © Annette Riedl/dpa

Ob Babyöl, Haarshampoo "ohne Tränen" oder Wundschutz-Creme: Babypflege-Produkte sind ein Millionengeschäft. Und der Wettbewerb ist hart.

Manchmal muss sogar die Justiz entscheiden - etwa im jüngsten Streit zwischen dem Babypflege-Hersteller Bübchen und dem viel größeren Wettbewerber Nivea.

Die Bübchen Skincare GmbH hatte Nivea vorgeworfen, mit den eigenen Babypflege-Produkten das Bübchen-Produktdesign kopiert zu haben - und daher den Nivea-Mutterkonzern Beiersdorf wegen Wettbewerbsverstoßes verklagt.

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Doch das Düsseldorfer Landgericht wies die Klage am Mittwoch ab. "Bübchen hat verloren", sagte ein Sprecher des Landgerichts.

Die 4. Kammer für Handelssachen sah im Packungsdesign von Bübchen wenig, das über die in der Branche übliche Aufmachung hinausgeht.

Oder um es juristisch exakter zu formulieren - kaum wettbewerbliche Eigenart. Was daher auch kein Wettbewerbsverstoß von Nivea sei.

Bübchen warf Nivea Produkt-Kopie vor

Auch Nivea darf für "zarte Babyhaut" werben.
Auch Nivea darf für "zarte Babyhaut" werben.  © 123RF/sn040288

Fakt ist: Die beiden Produktserien sehen sich auf den ersten Blick tatsächlich recht ähnlich. Beide kommen babyblau daher und weisen auf der Vorderseite jeweils ein dunkelblaues Firmenlogo und ein Comic-Element auf.

Der Hersteller Bübchchen, der zwar alles in allem deutlich kleiner ist als Nivea, sich aber als "Marktführer in der Kategorie Baby und Kids-Care" sieht, befürchtete deshalb eine Verwechselungsgefahr.

Bübchen-Chef Martin Kemper klagte schon vor dem ersten Verhandlungstag: "Beiersdorf schmückt sich mit langjährig erarbeiteten Assoziationen für Vertrauen und Tradition von Bübchen."

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Doch das Gericht sah das ganz anders. Die hellblaue Farbe sei heute bei Babyprodukten weit verbreitet und stelle schon deshalb keine schutzwürdige Eigenart der Bübchen-Produkte dar, urteilten die Richter. Das gelte auch für das blaue Logo und für die Verwendung von kindgerechten Zeichnungen auf den Packungen.

Auch den Vorwurf, dass Beiersdorf den Bübchen-Slogan "Für zarte Babyhaut" kopiert habe, hielt das Gericht für nicht haltbar. Die Formulierung von der zarten Babyhaut werde heute überall verwendet. Es handele sich dabei nur um einen beschreibenden Begriff, den jeder benutzen könne. "Babyhaut ist nun einmal zart", sagte der Gerichtssprecher.

Beiersdorf begrüßte die Entscheidung des Düsseldorfer Gerichts. Das Unternehmen hatte die Vorwürfe von Anfang an zurückgewiesen. Von Bübchen war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Titelfoto: Annette Riedl/dpa

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