In Deutschland wird alles teurer: Inflation steigt stark an

Wiesbaden - Höchste Inflation seit der Finanzkrise 2008: Die Teuerung in Deutschland hat im Juli deutlich angezogen und erstmals seit 13 Jahren die Drei-Prozent-Marke überschritten.

Wir bekommen es in jedem Supermarkt, an jeder Tankstelle und auch bei Dienstleistungen zu spüren: Die Verbraucherpreise in Deutschland steigen. (Symbolbild)
Wir bekommen es in jedem Supermarkt, an jeder Tankstelle und auch bei Dienstleistungen zu spüren: Die Verbraucherpreise in Deutschland steigen. (Symbolbild)  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Die Verbraucherpreise lagen um 3,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag anhand einer vorläufigen Berechnung mitteilte.

Damit lag die jährliche Inflationsrate in Europas größter Volkswirtschaft erstmals seit August 2008 wieder über der Marke von drei Prozent. In der damaligen Finanz- und Wirtschaftskrise hatte die Teuerung wiederholt über drei Prozent gelegen.

Nach dem leichten Rückgang der Inflation auf 2,3 Prozent im Mai des laufenden Jahres kehrte sich der Trend damit wieder um.

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Vom Juni auf Juli 2021 erhöhten sich die Verbraucherpreise nach Berechnungen der Wiesbadener Behörde um 0,9 Prozent.

Volkswirte rechnen in den kommenden Monaten noch mit einigen weiteren Preissprüngen.

Mehrwertsteuer, Energiepreise, CO2-Steuer: Viele Faktoren sorgen für teurere Preise in Deutschland

Während der Corona-Krise brach die Nachfrage nach Rohöl ein, inzwischen sind die Energiepreise wieder deutlich angestiegen. (Symbolbild)
Während der Corona-Krise brach die Nachfrage nach Rohöl ein, inzwischen sind die Energiepreise wieder deutlich angestiegen. (Symbolbild)  © Sven Hoppe/dpa

Ein gewichtiger Grund ist die Rückkehr der Mehrwertsteuer zu ihren alten Sätzen: Im zweiten Halbjahr 2020 hatte die Bundesregierung die Mehrwertsteuer vorübergehend auf 16 beziehungsweise 5 Prozent gesenkt, um in der Corona-Krise den Konsum anzukurbeln.

Seit dem 1. Januar 2021 gelten in Deutschland wieder die üblichen Mehrwertsteuersätze von 19 beziehungsweise 7 Prozent. Waren und Dienstleistungen werden also tendenziell wieder teuer.

Zudem steigen seit Monaten die Energiepreise überdurchschnittlich. Vor einem Jahr waren die Rohölpreise mit Ausbruch der Corona-Krise wegen geringer Nachfrage auf dem Weltmarkt eingebrochen. Seither haben sie sich erholt.

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Zudem sind in Deutschland seit Januar 25 Euro je Tonne Kohlendioxid (CO2) fällig, das beim Verbrennen von Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht.

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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