Verschwundener Tengelmann-Chef: Brüder wollen ihn für tot erklären lassen

Köln – Zweieinhalb Jahre nach dem Verschwinden des Tengelmann-Chefs Karl-Erivan Haub (60) haben die Brüder des Milliardärs beantragt, ihn für tot zu erklären. 

Der langjährige Chef des Handelskonzerns Tengelmann Karl-Ervian Haub (60) wird seit dem 7. April 2018 vermisst. Jetzt soll er für tot erklärt werden. (Archivfoto)
Der langjährige Chef des Handelskonzerns Tengelmann Karl-Ervian Haub (60) wird seit dem 7. April 2018 vermisst. Jetzt soll er für tot erklärt werden. (Archivfoto)  © Roland Weihrauch/dpa

Das bestätigte am Donnerstag eine Sprecherin des Kölner Amtsgerichts.

Ein Unternehmenssprecher sagte, Ziel sei es, klare und stabile Verhältnisse im Gesellschafterkreis sowie Sicherheit für die Unternehmensgruppe und ihre 90.000 Mitarbeiter zu erhalten. Zuvor hatte Business Insider darüber berichtet.

Karl-Erivan Haub, einer der reichsten Deutschen, war am 7. April 2018 allein zu einer Skitour aufgebrochen und nicht zurückgekehrt. Die Familie geht davon aus, dass er am Klein Matterhorn bei Zermatt in der Schweiz tödlich verunglückte.

In der Unternehmensgruppe Tengelmann hatte daraufhin Haubs jüngerer Bruder Christian (56) die alleinige Geschäftsführung übernommen.

Der Schritt von Christian Haub und seinem Bruder Georg (58) ist die neueste Wende in dem nun schon seit einiger Zeit schwelenden Familienstreit um die Neuverteilung der Macht bei dem milliardenschweren Handelskonzern.

Denn mit dem Schritt steigt der Druck auf die Ehefrau des Verschwundenen, Katrin Haub, die Anteile ihres Familienstamms zu verkaufen. Schließlich muss sie sich auf Erbschaftssteuerzahlungen in dreistelliger Millionenhöhe einstellen.

Unternehmerfamilie hat Vermögen in Milliarden-Höhe

Ein Sprecher von Katrin Haub, die als Abwesenheitspflegerin derzeit die Rechte ihres Mannes im Gesellschafterkreis wahrnimmt, wollte die neue Entwicklung zunächst nicht kommentieren.

Die Familie Haub gehört zu den reichsten Unternehmerfamilien Deutschlands. Zu ihrem Vermögen gehören milliardenschwere Beteiligungen etwa an der Bauhauskette Obi und dem Textildiscounter KiK.

Auch bei zahlreichen Internetunternehmen wie Zalando oder Delivery Hero ist das Unternehmen engagiert.

Titelfoto: Roland Weihrauch/dpa

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