"Krise folgt auf Krise": Wie steht es um die Wirtschaft?

Köln - Wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) feststellte, wird das Bruttoinlandsprodukt nur um 1,75 Prozent steigen.

Durch die Pandemie hat Deutschland mehr Schulden aufgenommen, als zuvor erwartet.
Durch die Pandemie hat Deutschland mehr Schulden aufgenommen, als zuvor erwartet.  © Jörg Carstensen/dpa

Den Grund dafür sieht man in den vielen Krisensituationen, die seit 2020 die Welt ereilen. Die deutsche Wirtschaft war gerade erst dabei, sich von den Folgen der Corona-Pandemie zu erholen, als der Ukraine-Krieg kam. Dieser beeinträchtigt nun den Wirtschaftsaufschwung zusätzlich.

Dementsprechend sehen die Prognosen für das Wirtschaftswachstum im Jahr 2022 sehr flau aus.

Die Konjunkturforscher in Köln rechnen lediglich mit einem Wachstum von 1,75 Prozent. Noch am Anfang des Jahres hatten sie mit dem doppelten Wachstum gerechnet.

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Auch die Inflation macht der Wirtschaft zu schaffen: Preise für Energie, Lebensmittel und Agrarprodukte sind immens gestiegen. Die Experten befürchten einen weiteren Anstieg von Kosten um gute sechs Prozent.

Eine positive Nachricht gibt es jedoch: Der Arbeitsmarkt wird als äußerst robust gesehen. Die Zahl der Erwerbstätigen steigt um mehr als ein Prozent.

Dürfen wir optimistisch sein?

Somit sollte im nächsten Jahr dann ein Höchstwert an Arbeitnehmern erreicht werden. Das heißt auch, dass die Arbeitslosigkeit auf unter fünf Prozent heruntergeht - das wäre der niedrigste Stand seit der Wiedervereinigung!

"Lieferschwierigkeiten aufgrund der erneuten Restriktionen in China zeigen, dass die Risiken der Corona-Pandemie längst nicht ausgestanden sind", erklärte IW-Direktor Michael Hüther. "Gleichzeitig schwebt über allem das Damoklesschwert eines Gaslieferstopps aus Russland."

Entscheidend ist nun, dass nicht noch weitere politische oder geografische Ereignisse auf uns zukommen. So könne man am Ende dieses Jahres, oder am Anfang des nächsten, auf die langersehnte Erholung hoffen.

Titelfoto: Jörg Carstensen/dpa

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