Kurzarbeits-Antrag zu kompliziert: Airline will über 550 Mitarbeiter kündigen!

Wien (Österreich) - Die Fluggesellschaft "Laudamotion" hat Probleme, das Kurzarbeitergeld für die Flugzeug-Besatzungen in Wien zu beantragen. Diese sollen pragmatisch unangenehm gelöst werden...

Ein "Laudamotion" Airbus A320 am Düsseldorfer Flughafen. (Symbolbild)
Ein "Laudamotion" Airbus A320 am Düsseldorfer Flughafen. (Symbolbild)  © 123RF/evrenkalinbacak

Dieser Fall dürfte einzigartig in Österreich und Europa sein: Die Ryanair-Tochter "Laudamotion" wollte ihre 559 in Wien stationierten Mitarbeiter zur Kurzarbeit anmelden. Weil das Unternehmen den Betriebsrat jedoch nicht anerkennt und entsprechende Dokumente vorlegte, ist dies nicht möglich gewesen.

Kurzerhand meldete sich der Geschäftsführer der Airline, Andreas Gruber, beim österreichischen Arbeitsamt und meldete dort die Kündigung der 559 Angestellten vor!

Doch der sogenannte Arbeitsmarktservice lehnte dies ebenso ab. Grund dafür: "Der Betriebsrat hätte auch dafür eingeschaltet werden müssen", heißt es im Bescheid, der Austrian Aviation Net vorliegt.

Daraufhin setzte sich die Gewerkschaft Vida mit dem Betriebsrat der "Laudamotion" zusammen und beriet sich zu einem weiteren Vorgehen. 

Anschließend sollen alle Dokumente für eine Kurzarbeitsregelung unterzeichnet und an Gruber übermittelt worden sein.

Zweiter Antrag scheitert erneut

Eine Flugbegleiterin geht vor dem Boarding durch ein Flugzeug. (Symbolbild)
Eine Flugbegleiterin geht vor dem Boarding durch ein Flugzeug. (Symbolbild)  © 123RF/iakovenko

Der Lauda-Chef füllte den Antrag auf Kurzarbeitergeld erneut aus und informierte den weiterhin nicht anerkannten Betriebsrat über die Maßnahme, wie das Austrian Aviation Net weiter berichtete.

Jedoch hängt es nun an einer unterschriebenen Sozialpartnervereinbarung, die die Gewerkschaft Vida scheinbar nicht unterschrieb. 

Sollten die Dokumente nicht schnellstens vorliegen, würden die 559 Piloten und Flugbegleiter einmal mehr zur Kündigung angemeldet werden. Vida erklärte indes, die "Hausaufgaben" erledigt zu haben. 

Vielmehr scheitere der Antrag an Angaben "zur Arbeitszeit und Co.", wie Austrian Aviation Net unter Berufung auf eine Vida-Mitteilung berichtete.

Aus einem von beiden Gründen kann jedoch momentan der Kurzarbeits-Antrag beim Arbeitsamt nicht bearbeitet werden. 

Weniger Personalbedarf ab Sommer

Das österreichisch-irische Unternehmen kündigte deshalb vorsorglich jetzt schon an, ab dem Sommer weniger Flugzeuge in Wien stationieren zu wollen.

Damit einhergehend würden weniger Piloten und Flugbegleiter benötigt werden.

Die Geschäftsführung argumentiert diese Entscheidungen mit der aktuellen Corona-Krise und damit, das anschließend weniger Flugverkehr stattfinden könnte.

Titelfoto: 123RF/evrenkalinbacak

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