Mitarbeiter heißen jetzt "Audianer_innen": Audi nutzt ab sofort gendergerechte Sprache

Ingolstadt - Wer bei dem Wort "Audianer_innen" zunächst an eine neue Science-Fiction-Verfilmung denken musste, hat sich bitter getäuscht. Denn was für einige Ohren ungewöhnlich klingen mag, ist die neue, gendergerechte Sprache des Automobilkonzerns Audi.

Ein Werksmitarbeiter kontrolliert in einer Produktionshalle von Audi an einem Bandende einen A8. Das Unternehmen nutzt nun gendergerechte Sprache.
Ein Werksmitarbeiter kontrolliert in einer Produktionshalle von Audi an einem Bandende einen A8. Das Unternehmen nutzt nun gendergerechte Sprache.  © picture alliance / dpa

Gendern wird bei vielen Unternehmen ein immer größeres Thema. Denn seit Jahren werden eher maskuline Begrifflichkeiten verwendet, mit denen sich jeder angesprochen fühlen soll.

Die Kritik daran: Nicht nur Frauen, die mehr als 50 Prozent der Bevölkerung im Land ausmachen, werden benachteiligt.

Auch der Anteil derjenigen, welche sich keinem binären Geschlecht (also Mann oder Frau) zugeordnet fühlen, steigt in Deutschland seit Längerem stark an. Laut der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität sind es hierzulande mittlerweile 100.000 bis 120.000 Menschen.

Damit diese sich ebenfalls "mitgemeint" fühlen, beschloss das Ingolstädter Unternehmen Audi eine gendergerechte Sprache einzuführen. Die Augsburger Allgemeine Zeitung sprach mit den Köpfen hinter der Idee.

So wurde ein Jahr lang an einer 13 Seiten lange Richtlinie gearbeitet, wie man das sensible Vorhaben gekonnt im Unternehmen umsetzen kann. Der Titel: "Vorsprung beginnt im Kopf".

Audi verwendet künftig den "Gender-Gap"

Audi möchte mit der Umstellung künftig alle Mitarbeiter abholen.
Audi möchte mit der Umstellung künftig alle Mitarbeiter abholen.  © Uli Deck/dpa

Hauptanliegen ist es, jedes Geschlecht sichtbar zu machen. Das soll nicht durch das typische Sternchen (*) geschehen, wie man es kennt. Audi verwendet fortan den sogenannten "Gender-Gap".

Mittels eines Unterstriches sollen sämtliche Gender-Identitäten abgeholt werden wie es das Beispiel "Audianer_innen" zeigt. Die Absichten damit sind klar. Audi geht gegen Diskriminierung vor und möchte seinen Mitarbeitern Wertschätzung und Offenheit entgegenbringen.

Im Netz stieß diese Aktion neben viel Lob auch auf starke Kritik. Unter dem Hashtag #gendergaga regten sich zahlreiche Twitter-User über diesen Entschluss auf.

"Unnötig", hieß es in vielen Kommentaren. Das Netz schlug zurück und verteidigte den Entschluss von Audi.

Nach harter Kritik: Zahlreiche Twitter-User verteidigen Audis Gender-Entschluss!

Ob andere Unternehmen wohl nachziehen werden? Das bleibt abzuwarten. Audis Mutterkonzern Volkswagen verwendet (noch) keine gendergerechte Sprache.

Titelfoto: picture alliance / dpa

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