Mode-Geschäfte in riesiger Krise: Handelsverband warnt vor Milliarden-Pleiten

Köln - Der verlängerte Lockdown trifft auch die Modehändler in ihren Geschäften in ganz Deutschland hart.

Die Handesverbände für Textil, Mode und Kleidung sind sauer und warnen vor großen Pleiten in Deutschlands Innenstädten. Der Lockdown trifft die Modehändler enorm.
Die Handesverbände für Textil, Mode und Kleidung sind sauer und warnen vor großen Pleiten in Deutschlands Innenstädten. Der Lockdown trifft die Modehändler enorm.  © Oliver Berg/dpa

Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Textil (BTE), Rolf Pangels, warnte am Mittwoch erneut vor den schwerwiegenden Folgen des verlängerten Lockdowns.

Viele Mode-Händler mit ihren Tausenden Geschäften in den Innenstädten stünden vor dem Ruin.

Modehäuser, Schuhläden und Kaufhäuser seien bereits schwer angeschlagen, vielen drohe mit dem verlängerten Lockdown endgültig das finanzielle Ende.

"Für das Gesamtjahr 2020 gehen wir von einem historischen Umsatzeinbruch von rund 30 Prozent aus", so Pangels. Er zeigte die Folgen auf: "Da die Kosten und vor allem der Wareneinkauf durch die langen Vorlaufzeiten in der internationalen Lieferkette kaum angepasst werden konnten, stehen viele Geschäfte nunmehr vor dem endgültigen Aus."

Allein im wichtigen Monat Dezember 2020 sei der Umsatz um rund 50 Prozent eingebrochen. Mitte des Monats hatte der zweite Lockdown gegriffen und für geschlossene Läden in ganz Deutschland gesorgt.

Unverkaufte Ware in den Lagern der Modegeschäfte

Eine Frau geht mit Einkaufstaschen durch die Fußgängerzone in Köln. (Symbolbild)
Eine Frau geht mit Einkaufstaschen durch die Fußgängerzone in Köln. (Symbolbild)  © Oliver Berg/dpa

Mit den fehlenden Einnahmen können viele Unternehmen auch keine Frühjahrsware bezahlen. Gleichzeitig steckten in den Lagern der Modehäuser eine große Menge unverkaufter Kleidung, so die Schätzungen der Handelsverbände Textil (BTE), Schuhe (BDSE) und Lederwaren (BLE).

"Allein die Umsatzverluste des gesamten Winter-Lockdowns dürften sich bis Ende Januar auf rund 10 Milliarden Euro aufsummieren", schätzte Rolf Pangels vom Handelsverband Textil weiter ein. Da die Saisonware zusätzlich an Wert verliere, könne ein späterer Verkauf die bisherigen Einbußen auch nicht mehr ausgleichen.

Inzwischen wachse auch der Unmut bei den Unternehmern gegenüber der Regierung und ihrer Politik im Kampf gegen das Coronavirus.

"Die Unternehmen haben registriert, dass es in ihrer eigenen Belegschaft und auch bei Kollegen keine nennenswerten Infizierungen gab und ziehen daher die Sinnhaftigkeit des Lockdowns in Zweifel" berichtet Pangels. Er warnt: "Wenn die Politik nicht schnellstens umsteuert, gehen Tausende Geschäfte und damit Zehntausende Arbeitsplätze allein im stationären Fashionhandel verloren!"

Sein Verband fordert daher eine mittel- bis langfristige Perspektive für die Unternehmer und ihre vielen Mitarbeiter.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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