Negativtrend im neuen Jahr: Deutlich mehr Arbeitslose in NRW

Düsseldorf - Die Zahl der Arbeitslosen ist in Nordrhein-Westfalen zum Jahresbeginn wie für die Jahreszeit typisch spürbar gestiegen.

Knapp über 700.000 Menschen sind im Januar in Nordrhein-Westfalen ohne Job.
Knapp über 700.000 Menschen sind im Januar in Nordrhein-Westfalen ohne Job.  © Hauke Christian Dittrich/dpa

Insgesamt waren im Januar im bevölkerungsreichsten Bundesland 702.519 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 4,1 Prozent mehr als im Vormonat, wie die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag berichtete. Die Arbeitslosenquote stieg von 6,9 auf 7,2 Prozent.

"Der Arbeitsmarkt hat sich im Januar stabil gezeigt und damit die Entwicklung der Monate vor dem Jahreswechsel bestätigt", sagte der Chef der Regionaldirektion NRW, Roland Schüßler.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar sei trotz der Unsicherheiten durch den Ukraine-Krieg und die fortbestehenden Liefer- und Materialengpässe sogar etwas geringer ausgefallen als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. "Das sind gute Signale", meinte Schüßler.

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Ausschlaggebend für den Anstieg der Arbeitslosenzahl seien vorwiegend die für die Saison typischen Einflüsse gewesen, wie zum Jahresende auslaufende Arbeitsverträge oder das abgeschlossene Weihnachtsgeschäft.

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Auch 38.500 Ukrainerinnen und Ukrainer sind laut Regionaldirektion NRW unter den Arbeitslosen.
Auch 38.500 Ukrainerinnen und Ukrainer sind laut Regionaldirektion NRW unter den Arbeitslosen.  © DPA

Auswirkungen des Krieges und der globalen Entwicklungen ließen sich dennoch am Arbeitsmarkt in NRW beobachten, betonte der Arbeitsmarkt-Experte. "Es gibt weiterhin eine Zurückhaltung bei der Neumeldung von Arbeitsstellen."

Rund 23.000 neu bei den Agenturen für Arbeit gemeldete offene Stellen seien auch für einen Monat in der Winterpause wenig.

Im Vergleich zum Vorjahr lag die Arbeitslosigkeit im Januar um 31.786 Personen oder 4,7 Prozent höher. Grund sei der Zuzug ukrainischer Frauen und Männer im vergangenen Jahr, die vor dem russischen Angriffskrieg nach NRW geflohen seien, sagte Schüßler.

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Zum Stichtag 12. Januar waren in NRW knapp 38.500 aus der Ukraine geflüchtete Personen arbeitslos gemeldet. Die regionalen Unterschiede auf dem nordrhein-westfälischen Arbeitsmarkt waren auch im Januar groß. Am höchsten war die Arbeitslosenquote mit 9,9 Prozent im Ruhrgebiet.

Im Rheinland lag sie bei 7 Prozent, im Bergischen Land bei 6,9 Prozent, in Ostwestfalen-Lippe bei 5,6 und in Südwestfalen bei 5,5 Prozent. Am niedrigsten war die Arbeitslosenquote mit 4,5 Prozent im Münsterland.

Titelfoto: Hauke Christian Dittrich/dpa

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