Preisexplosion bei Brauereien: Wird Bier bald teurer?

Berlin - In Deutschland wird immer weniger Bier getrunken. Dieser Trend hat sich in der Corona-Pandemie beschleunigt. Die Kneipen waren monatelang dicht, Feste fielen aus. Jetzt kommen noch höhere Kosten hinzu. Eine ganze Reihe Brauereien nimmt nun Anlauf, die Preise zu erhöhen.

Bei vielen Brauereien ist der Absatz von Fassbier stark zurückgegangen.
Bei vielen Brauereien ist der Absatz von Fassbier stark zurückgegangen.  © Bernd Thissen/dpa

Steigende Preise könnten in den nächsten Monaten auch die Biertrinker in Deutschland erreichen. Etliche große Brauereien haben in den vergangenen Wochen Preiserhöhungen für Großkunden angekündigt.

Das betrifft nicht nur die obere Preislage, sondern in einzelnen Fällen auch schon die untere. Vor allem das ertragsstarke Fassbiergeschäft der Brauereien leidet stark in der Pandemie.

Beim Bierabsatz ging es im vergangenen Jahr zugleich weiter nach unten, wie der Deutsche Brauer-Bund am Freitag schätzte.

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Der Rückgang spiegle aber nicht einmal ansatzweise das Ausmaß der Krise wider, teilte Hauptgeschäftsführer Holger Eichele. Er erwartet nur eine langsame Markterholung.

2021 wurden 200 bis 300 Millionen Liter weniger alkoholhaltiges Bier als in 2020 abgesetzt worden, als es ein Rekordminus von 5,5 Prozent gab.

"Der historische Absatzeinbruch auf dem Biermarkt trifft auf eine nie gekannte Preisexplosion - für viele Betriebe wird das zu einer existenziellen Bedrohung", erklärte Eichele.

"Der deutsche Biermarkt ist und bleibt hart umkämpft"

Durch den Ausfall von vielen Events und verschärften Corona-Maßnahmen kam es zu großen Absatzeinbrüchen bei vielen Brauereien.
Durch den Ausfall von vielen Events und verschärften Corona-Maßnahmen kam es zu großen Absatzeinbrüchen bei vielen Brauereien.  © Peter Kneffel/dpa

Die Kosten für Transportpaletten wurden binnen eines Jahres verdoppelt und die Preise für Malz als wichtiger Braurohstoff um bis zu 60 Prozent erhöht. Noch extremer fielen die Preissteigerungen bei Strom und Gas aus.

Es ist aber offen, in welchem Umfang Handelsriesen Preiserhöhungen akzeptieren und an Verbraucher weitergeben werden.

Einige große Getränkefirmen haben Preiserhöhungen angekündigt, nicht nur für Bier, sondern auch andere Getränke.

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Oettinger Vertriebschef Peter Böck betont: "Der deutsche Biermarkt ist und bleibt hart umkämpft." Der Wettbewerb im Handel habe sich durch die Corona-Krise eher noch verschärft.

Verunsicherte Verbraucher, verschärfte Zugangsregeln für die Gastronomie und die Absage vieler Events wirkten sich für die von mittelständischen und handwerklichen Betrieben geprägte Brauwirtschaft beinahe wie ein erneuter Lockdown aus, sagte Eichele.

Viele Gastwirte haben den Angaben nach ihre Lokale mangels Rentabilität bereits freiwillig geschlossen. In der Folge hätten im Januar immer mehr Brauereien erneut Kurzarbeit anmelden müssen und die Abfüllung von Fassbier bremsen müssen.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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