Prognose: Arbeitsmarkt hat das ganze Jahr an Corona zu knabbern

Nürnberg - Der deutsche Arbeitsmarkt hat einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zufolge noch das ganze Jahr 2021 an den Folgen der Corona-Krise zu knabbern.

Die Verschlechterungen auf dem Arbeitsmarkt soll bis Ende des Jahres noch anhalten. (Symbolbild)
Die Verschlechterungen auf dem Arbeitsmarkt soll bis Ende des Jahres noch anhalten. (Symbolbild)  © Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa

Die durch den wirtschaftlichen Schock des Lockdowns ausgelösten Verschlechterungen auf dem Arbeitsmarkt würden auch bis Ende des Jahres noch nicht vollständig wieder aufgeholt, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Jahresprognose des IAB.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland wird demnach im Jahresdurchschnitt 2021 um 110.000 Menschen zurückgehen.

"Die Arbeitsmarktentwicklung zeigt sich im zweiten Lockdown sehr robust und verbessert sich im Zuge der wirtschaftlichen Erholung", erklärten die Forscherinnen und Forscher.

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Allerdings hatte sich im Corona-Jahr 2020 ein Plus von knapp 500.000 Arbeitslosen aufgebaut.

Das IAB legt der Vorhersage ein Wirtschaftswachstum von 3,4 Prozent in diesem Jahr zugrunde. Die Zahl der Kurzarbeitenden wird im Jahresdurchschnitt auf 1,6 Millionen geschätzt.

Auf die einzelnen Branchen bezogen erwarten die Forscher für 2021 einen Rückgang um durchschnittlich 30.000 Stellen im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe. Aber auch in der Industrie fielen 90.000 Beschäftigte weg.

Minijobber und Selbstständige besonders betroffen

Trotz des Stellenabbaus im zweiten Quartal 2020 habe sich das Baugewerbe danach recht zügig erholt, die Beschäftigung nahm wieder zu. Daher gehen die Forscherinnen und Forscher für 2021 von einer moderat steigenden Beschäftigung in Höhe von etwa 30.000 Personen aus.

Beschäftigungszuwächse verzeichnen insbesondere auch die öffentlichen Dienstleister, Erziehung und Gesundheit mit einem Plus von 190.000 Personen, sowie der Bereich Information und Kommunikation mit 40.000 zusätzlichen Beschäftigten.

Am härtesten von der Krise getroffen sind Minijobber und Selbstständige. Für 2021 erwartet das IAB im Schnitt einen Rückgang um 150.000 auf 3,8 Millionen Selbstständige.

Dies wäre der tiefste Stand seit Mitte der 1990er Jahre. Bei Menschen, die ausschließlich in einem Minijob beschäftigt sind, rechnen die Forscher mit einem Rückgang um 200.000 auf 4,6 Millionen Personen.

Titelfoto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa

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