Kaufland will Real-Filialen übernehmen, aber Kartellamt hat Bedenken

Bonn – Die Pläne des Großflächen-Discounters Kaufland zur Übernahme von bis zu 101 Filialen des Wettbewerbers Real stoßen beim Bundeskartellamt auf Bedenken.

Kaufland möchte bis zu 101 Real-Filialen übernehmen. Das Bundeskartellamt prüft den Fall.
Kaufland möchte bis zu 101 Real-Filialen übernehmen. Das Bundeskartellamt prüft den Fall.  © Kateøina Šulová/CTK/dpa

Nach eingehender Analyse sei bei neun Real-Märkten durch die Übernahme eine erhebliche Behinderung des regionalen Wettbewerbs zu erwarten, teilte die Aufsichtsbehörde am Montag mit.

Außerdem äußerten die Wettbewerbshüter Sorge wegen der wachsenden Einkaufsmacht des Handelsriesen gegenüber Lebensmittelherstellern und Lieferanten.

Das Bundeskartellamt sei mit Kaufland und dem Real-Eigentümer SCP in Verhandlungen über mögliche Lösungen, hieß es in Bonn. Kaufland und SCP hätten der Wettbewerbsbehörde bereits erste Vorschläge gemacht, um die Bedenken des Kartellamts auszuräumen.

Die Frist für eine abschließende Entscheidung sei deshalb bis zum 30. Dezember verlängert worden. Eine besondere Bedeutung kommt nach Einschätzung der Wettbewerbsbehörde dabei der Beteiligung von mittelständischen Händlern an der Veräußerung der Real-Standorte zu.

Auch Edeka hat Interesse an Real-Standorten

Viele Filialen der angeschlagenen SB-Warenhauskette Real sollen verkauft werden (Archivbild).
Viele Filialen der angeschlagenen SB-Warenhauskette Real sollen verkauft werden (Archivbild).  © Oliver Berg/dpa

Kaufland ist Teil der Schwarz-Gruppe, zu der auch der Discounter Lidl gehört. Die Schwarz-Gruppe ist mit einem Umsatz von mehr als 113 Milliarden Euro schon heute europaweit der mit Abstand größte Lebensmitteleinzelhändler.

Der russische Real-Eigentümer SCP hatte die angeschlagene SB-Warenhauskette von der Metro erworben, um sie zu zerschlagen und weiterzuverkaufen.

SCP zeigte sich trotz der Bedenken des Kartellamts optimistisch, das Verfahren wie geplant bis zum Jahresende abschließen zu können.

"Wir begrüßen, dass das Bundeskartellamt für 92 der 101 von Kaufland angemeldeten Standorte absatzseitig keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken sieht", sagte eine SCP-Sprecherin. Es fänden bereits konstruktive Gespräche mit dem Bundeskartellamt statt.

Neben Kaufland interessiert sich unter anderem auch Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka für bis zu 72 Real-Standorte. Hier hat das Bundeskartellamt noch Zeit bis zum 21. Dezember, um die Übernahmepläne zu prüfen.

Titelfoto: Kateøina Šulová/CTK/dpa

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