Pure Energie: Was schwimmt hier auf einem Baggersee?

Weeze - Auf einem Baggersee am Niederrhein wird am Donnerstag ein schwimmendes Solarkraftwerk vorgestellt werden. Es ist die bislang größte Anlage dieser Art in Nordrhein-Westfalen. 

Weeze: Die rund 150 Meter mal 50 Meter große Solaranlage schwimmt auf einem Baggersee. Auf 90 Schwimmern sind 2000 Solarmodule montiert
Weeze: Die rund 150 Meter mal 50 Meter große Solaranlage schwimmt auf einem Baggersee. Auf 90 Schwimmern sind 2000 Solarmodule montiert  © Roland Weihrauch/dpa

Das schwimmende Kraftwerk besteht aus 90 kleinen Pontons, auf denen 2000 Solarmodule montiert sind. 

Es soll fast den gesamten Energiebedarf des Sand- und Kiesproduzenten Hülskens decken. 

Eine ähnlich große Anlage ist seit dem vergangenen Jahr auf einem Baggersee in Baden-Württemberg im Einsatz.

Schwimmende Sonnenkraftwerke haben nach Ansicht von Experten eine Reihe von Vorteilen. 

Es gibt kaum Konflikte mit anderen Nutzungen der Flächen. Eine intensive, ganztägige Sonneneinstrahlung sorgt dafür, dass der Stromertrag höher als bei einer gleich großen Anlage an Land ist. 

Zudem habe das Wasser einen kühlenden Effekt auf die Module.

RWE prüft Solaranlagen

Auch der Energieriese RWE, der verstärkt auf grünen Strom setzt, hat das Thema schwimmende Solaranlagen entdeckt. 

"Das Potenzial für schwimmende Solaranlagen ist groß, und das Thema nimmt weltweit Fahrt auf", sagte ein Sprecherin. 

RWE prüfe auch in Deutschland derzeit Optionen, "sowohl für Forschungs- als auch kommerzielle Projekte".

Solaranlagen auf Tagebau-Seen?

Tagebauseen gelten als besonders geeignet für schwimmende Solaranlagen. Das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme hat ermittelt, dass auf den knapp 500 Tagebauseen in Deutschland Solaranlagen mit einer Spitzenleistung von 2,74 Gigawatt wirtschaftlich betrieben werden könnten. 

Die Studie von Anfang des Jahres bezieht sich vor allem auf die Seen in Ostdeutschland. 

Aber auch im rheinischen Revier gebe es einiges Potenzial, heißt es bei der Energieagentur NRW mit Blick auf die in den Tagebauen Garzweiler und Hambach entstehenden großen Seen.

Titelfoto: Roland Weihrauch/dpa

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