Per E-Mail: Swarovski entlässt 1200 Angestellte!

Wattens (Österreich) - Der Kristallglashersteller Swarovski entließ am gestrigen Montag 200 Angestellte per E-Mail. 1000 weitere Stellen sollen schon bald folgen.

In Wattens arbeiten derzeit insgesamt rund 4600 Personen für Swarovski.
In Wattens arbeiten derzeit insgesamt rund 4600 Personen für Swarovski.  © dpa/epa/Thomas Böhm

Ende Juni wurde im Hause Swarovski beschlossen, 200 Mitarbeiter nach Erstellung eines Sozialplans zu kündigen. Am gestrigen Montag war es soweit.

Wie der österreichische Fernsehsender "ORF" erfahren haben will, sollen die Betroffenen nun per E-Mail über ihre Stellenstreichung informiert worden sein. Hauptsächlich Angestellte aus Vertrieb und Marketing seien von der Maßnahme betroffen, hieß es.

Laut "ORF" reagiert das Unternehmen damit auf Absatz- und Verkaufsrückgänge, die auch mit der Coronavirus-Pandemie zu tun hätten. Doch das Geschäft soll schon im Dezember, vor allem in den USA und in Asien, eingebrochen sein, wie der TV-Sender zuvor berichtete.

Vom Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) und zwei Parteien wurde Kritik am Vorgehen des Multi-Milliarden-Unternehmens laut. ÖGB-Chef Robert Koschin spricht beispielsweise von Sozialbetrug an Arbeitnehmern.

Aufgrund der Verkaufsprobleme befinden sich die in der Produktion Angestellten am Hauptstandort Wattens in Österreich noch bis September in Kurzarbeit. 

Nach der Kurzarbeit die Kündigung: 1000 weitere Stellen gestrichen

Der Swarovski-Schmuck verkauft sich derzeit nicht gut, erklärte das Unternehmen.
Der Swarovski-Schmuck verkauft sich derzeit nicht gut, erklärte das Unternehmen.  © 123RF/TEA

Das Unternehmen geht von insgesamt 35 Prozent weniger Umsatz in diesem Jahr aus. Deshalb müssten im Herbst, wenn die Kurzarbeit endet, zusätzliche 1000 Mitarbeiter den Konzern verlassen, berichtete der "ORF" am heutigen Dienstag weiter.

Doch weitere Streichungen seien danach nicht ausgeschlossen: Konzernchef Robert Buchbauer erklärte dem TV-Sender, dass er sein Unternehmen mittelfristig bei 3000 Angestellten sehe.

Derzeit arbeiten 4600 Personen für Swarovski im österreichischen Wattens. Abzüglich der 1200 würden noch 400 Mitarbeiter über dem Ziel liegen. 

Ob auch an anderen Produktionsstandorten Kündigungen ausgesprochen - oder gemailt - werden, wurde nicht mitgeteilt.

Nicht nur in der Personalstruktur will Unternehmer Buchbauer Anpassungen vornehmen. Auch das Sortiment will er künftig verkleinern.

Zudem soll die Firma nicht in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden, erklärte Buchbauer dem "ORF".

Titelfoto: dpa/epa/Thomas Boehm, 123RF/TEA

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