Unternehmen zahlt Mitarbeitern fünf Arbeitstage, obwohl sie nur vier arbeiten

Wellington - Nur vier Tage schuften, aber eine Woche bezahlt bekommen? Klingt luxuriös und gibt es tatsächlich. Dahinter steckt nicht nur eine clevere Strategie, sondern auch eine wichtige Forschung.

Das Unternehmen Unilever beschäftigt weltweit mehr als 155.000 Mitarbeiter. In Neuseeland wird ein besonderes Projekt gestartet: die Angestellten arbeiten vier Tage die Woche, bekommen aber fünf bezahlt.
Das Unternehmen Unilever beschäftigt weltweit mehr als 155.000 Mitarbeiter. In Neuseeland wird ein besonderes Projekt gestartet: die Angestellten arbeiten vier Tage die Woche, bekommen aber fünf bezahlt.  © Daniel Reinhardt/dpa

Bei diesen Nachrichten möchte so mancher wohl glatt den Arbeitgeber wechseln. Das britische Unternehmen Unilever probiert in Neuseeland ein besonderes Konzept aus.

Wie die Agentur Reuters berichtete, werden ab der kommenden Woche alle 81 Mitarbeiter des Landes statt wie bisher an fünf nur noch an vier Tagen arbeiten, zumindest, falls sie das möchten. Und das für zwölf Monate! An ihrem Gehalt ändert sich dabei nichts.

Wer nun glaubt, dass die Mitarbeiter dann Überstunden schieben müssen, sieht das falsch. Denn genau dies ist nicht die Absicht des besonderen Versuchs.

Dazu sagte der Geschäftsführer von Unilever Neuseeland, Nick Bangs: "Wir wollen nicht, dass unser Team wirklich lange Tage hat, sondern materielle Veränderungen in ihrer Arbeitsweise herbeiführen."

Produktiver arbeiten, da man mehr Freizeit hat? Ob das gelingt, wird sich zeigen.

Nach den zwölf Monaten möchte Unilever seinen Versuch bewerten. Bei Erfolg wäre das ein Konzept, das für die anderen 155.000 Mitarbeiter auf der gesamten Welt denkbar ist.

Geschäftsführer Bangs rechnet mit wichtigen Erkenntnissen

Ob im Vertrieb, Marketing oder Verkauf, bei Unilever arbeiten neuseeländische Angestellte nun weniger fürs gleiche Gehalt. (Symbolbild)
Ob im Vertrieb, Marketing oder Verkauf, bei Unilever arbeiten neuseeländische Angestellte nun weniger fürs gleiche Gehalt. (Symbolbild)  © 123rf/racorn

Bangs bezeichnete das gesamte Konzept als Experiment. Bis auf Neuseeland möchte man dieses in keinem weiteren Land ausprobieren.

"Wir glauben, dass wir in dieser Zeit einige gute Erkenntnisse sammeln können", ist sich Bangs sicher.

Da es in Neuseeland keine Produktion gibt, sind alle Mitarbeiter im Verkauf, Vertrieb und Marketing tätig.

Das Unternehmen ist weltweit einer der größten Hersteller von Verbrauchsgütern, wie Nahrungsmittel, Kosmetika, Körperpflege- sowie Haushalts- und Textilpflegeprodukte.

Auch in Deutschland hat die Firma Niederlassungen, unter anderem in Hamburg und Mannheim. Sie stehen hinter den Marken wie "Ben&Jerry's", "Langnese" oder "Lipton".

Die Idee der Vier-Tage-Woche ist in Neuseeland schon des Öfteren diskutiert wurden. Doch erst durch eine Äußerung der Premierministerin Jacinda Ardern gewann diese an Fahrt.

Sie bat Unternehmen, die kürzere Arbeitswoche aufgrund der Corona-Pandemie in Betracht zu ziehen.

"Als die Premierministerin darüber sprach, wie die Zukunft der Arbeit aussehen würde, war das für uns eine Ermutigung", sagte Bangs. Die neuseeländische Regierung hat die Idee jedoch noch nicht komplett aufgegriffen.

Titelfoto: 123rf/racorn

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