Wegen Erhöhung der Gas- und Strompreise: Stimmung in NRW-Wirtschaft sinkt in den Keller

Düsseldorf - Die Stimmung in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft hat sich im August wegen der hohen Gas- und Strompreise weiter eingetrübt.

Schuld an der schlechten Stimmung in der Nordrhein-Westfälischen Wirtschaft sind die immer weiter steigenden Gas- und Strompreise.
Schuld an der schlechten Stimmung in der Nordrhein-Westfälischen Wirtschaft sind die immer weiter steigenden Gas- und Strompreise.  © Tom Kirkpatrick/BMW AG/dpa

"Für die Konjunktur in Nordrhein-Westfalen stehen die Zeichen aktuell nicht günstig. Ein Alarmsignal sind die Geschäftserwartungen, die in vielen Branchen und Unternehmen sehr pessimistisch ausfallen", fasste der Chef der NRW.Bank, Eckhard Forst, am Mittwoch das Ergebnis einer Umfrage unter rund 1500 Unternehmen zusammen.

Das NRW.Bank.ifo-Geschäftsklima sei im vergangenen Monat auf den tiefsten Stand seit der Corona-Krise vor zwei Jahren gefallen, berichtete er. Grund hierfür sei unter anderem der hohe Preisdruck durch gestiegene Energiekosten. Gleichzeitig seien die konjunkturellen Nachholeffekte der Coronapandemie inzwischen weitgehend abgeklungen.

Am stärksten brach das Geschäftsklima demnach im Verarbeitenden Gewerbe ein. Erstmals seit Juni 2020 drosselten die Industriefirmen ihre Produktion.

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Auch der Höhenflug beim Auftragsbestand fand im August ein Ende, was den Ausblick trübt.

Angespannte Lage in chemischer Industrie

Besonders schwierig ist der Umfrage zufolge die Situation in der chemischen Industrie, wo die Erwartungen auf den tiefsten Stand seit über zehn Jahren fielen. Bei den Herstellern von Metallerzeugnissen sanken die Erwartungen sogar auf ein Allzeittief. Ein kleines Stimmungsplus gab es im Automobilbau, wo die Produktion zuletzt merklich anzog.

Auch im Handel trübte sich die Stimmung im August stark ein. Immer weniger Händler berichteten von gut laufenden Geschäften. Im Dienstleistungssektor verschlechterte sich das Geschäftsklima ebenfalls. Eine Ausnahme war das Gastgewerbe, wo sich die Stimmung dank solider Umsätze aufhellte.

Und auch im Bauhauptgewerbe besserte sich die Stimmung nach dem starken Einbruch im August wieder merklich.

Titelfoto: Tom Kirkpatrick/BMW AG/dpa

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