Wohnungs-Wirtschaft fordert Absenkung der Mindesttemperatur, Mieterbund protestiert

Deutschland - Bei einem Gasmangel fordert der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) eine Absenkung der Mindesttemperatur in den Wohnungen um bis zu sechs Grad. Der Deutsche Mieterbund hat sich gegen den Vorschlag ausgesprochen.

Wie warm muss es im Winter in Deutschen Wohnungen mindestens sein?
Wie warm muss es im Winter in Deutschen Wohnungen mindestens sein?  © Martin Schutt/dpa

"Sollten die Gaslieferungen nach Deutschland künftig weiter deutlich eingeschränkt werden und es zu einer Mangelsituation kommen, sollte der Rechtsrahmen so angepasst werden, dass weitere Absenkungen der Mindesttemperatur auf eine
maximale Untergrenze von 18 Grad tagsüber und 16 Grad nachts möglich werden", sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Derzeit muss im Winter eine Mindesttemperatur von 20 bis 22 Grad Celsius gewährleistet werden.

Der russische Energiekonzern Gazprom hatte in der Nacht zum Donnerstag seine Gaslieferungen nach Deutschland durch die Ostseepipeline Nord Stream weiter reduziert. Der GdW habe seine Mitgliedsunternehmen aufgerufen, gasversorgte Wohngebäude auf Einsparpotenziale hin zu überprüfen, sagte Gedaschko. Der Verband stehe zudem mit den zuständigen Behörden in Kontakt.

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Zuvor hatte sich der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, für eine Absenkung der Mindesttemperatur ausgesprochen, um Gas zu sparen.

"Im Mietrecht gibt es Vorgaben, wonach der Vermieter die Heizungsanlage während der Heizperiode so einstellen muss, dass eine Mindesttemperatur zwischen 20 und 22 Grad Celsius erreicht wird. Der Staat könnte die Heiz-Vorgaben für Vermieter zeitweise senken. Darüber diskutieren wir mit der Politik", sagte Müller der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

Mieterbund spricht sich gegen Forderung aus und setzt lieber auf Freiwilligkeit

Viele Mieter sparen bereits freiwillig Energie ein.
Viele Mieter sparen bereits freiwillig Energie ein.  © Wolfgang Kumm/dpa

Er halte den Vorschlag für "zu undifferenziert", sagte der Präsident des Mieterbundes, Lukas Siebenkotten, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

"Ältere Menschen etwa frieren häufig schneller als jüngere. Ihnen jetzt pauschal zu sagen, sie sollen sich eine Wolldecke mehr nehmen, kann nicht die Lösung sein", argumentierte Siebenkotten. Wer in einer schlecht sanierten Wohnung lebe, müsse mit weiteren Kosten rechnen, wolle er die Mindesttemperatur halten, warnte er zudem.

Der Mieterbund setzt stattdessen auf Freiwilligkeit. "Mit freiwilligen Maßnahmen werden wir dabei mehr Erfolg erzielen, als es sich mancher vorzustellen vermag", sagte Siebenkotten. Viele Mieter würden bereits Energie sparen, der Deutsche Mieterbund wolle in den kommenden Wochen und Monaten weiter für Einsparungen werben.

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Zugleich verwies Siebenkotten darauf, dass das Bewusstsein für einen sparsamen Umgang mit Energie bei allen Menschen geschärft werden müsse - "auch bei denen, die im Eigentum wohnen".

Titelfoto: Wolfgang Kumm/dpa

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