Rundfunkgebühren nicht gezahlt: Jetzt wird die Rente gepfändet

Die Rentnerin hat immer gearbeitet. Trotzdem soll nun ein Teil ihrer Rente gepfändet werden. (Symbolbild)
Die Rentnerin hat immer gearbeitet. Trotzdem soll nun ein Teil ihrer Rente gepfändet werden. (Symbolbild)  © Arno Burgi/dpa, 123rf.com/dimaberkut

Wismar - Ursula Gierke (77) aus Wismar hatte nie einen Fernseher oder ein Radio. Deshalb zahlt sie keine Rundfunkgebühren. Jetzt soll ihre Rente gepfändet werden.

Weil sich die Summe der nicht gezahlten Beiträge bei der Rentnerin angehäuft hat, muss sie nun einen Teil ihrer Rente abgeben.

Wie die "Ostsee-Zeitung" berichtet, habe die elffache Mutter noch nie einen Fernseher besessen, weil sie mit ihren Kindern ausgelastet war und damit ohnehin keine Zeit hatte, sich gemütlich vor den Fernseher zu setzen. Gleiches gilt für ein Radio, das hat die 77-jährige nie gebraucht. "Ich habe immer gearbeitet", sagte die Seniorin zur Ostsee-Zeitung.

Ihr Problem ist jedoch, dass 2013 die Haushaltsabgabe eingeführt wurde. Dass heißt, jeder Haushalt muss die Rundfunkgebühren zahlen. Davor war die Gebühr an das tatsächliche Vorhandensein von Fernseher und Radio gebunden.

Doch Ursula Gierke weigert sich beharrlich, die monatlich anfallenden 17,50 Euro zu zahlen. Deshalb werden von der Stadt Wismar nun jeden Monat 95 Euro von ihrer Rente gepfändet. Die Höhe der Gesamtsumme ist nicht bekannt.

Wie die Beitragsstelle von ARD, ZDF und Deutschlandfunk mitteilte, laufen derzeit allein im Einzugsgebiet Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg 308.000 Vollstreckungsverfahren.

Titelfoto: Arno Burgi/dpa, 123rf.com/dimaberkut


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