Wismut-Sanierung: Das unfassbar teure Erbe für Sachsen

Minister Martin Dulig (43, SPD) über dem Schacht zum Markus-Semmler-Stollen.
Minister Martin Dulig (43, SPD) über dem Schacht zum Markus-Semmler-Stollen.  © Klaus Jedlicka

Schneeberg - Wismut, und kein Ende. Obwohl der Uranabbau im Erzgebirge bereits seit Jahrzehnten Geschichte ist, halten die Hinterlassenschaften das Land noch immer auf Trab. Jetzt liegt eine Zwischenbilanz vor.

Ganz wohl scheint Wirtschaftsminister Martin Dulig (43, SPD) nicht zu sein, wie er da im Förderkorb von Schacht 75 steht. Unter ihm 140 Meter das tiefe Nichts. Sachsens nominell oberster Bergmann schaut sich an diesem Mittwoch in Schneeberg-Neustädtel den Markus-Semmler-Stollen an.

Die Anlage ist eine Station der heutigen Wismut-Aufgaben: Auf den Tag vor 15 Jahren begann das Unternehmen mit der Sanierung der sächsischen Altstandorte, die - und wird noch eine Weile damit fortfahren. Denn immer wieder kommen welche dazu. Wie das?

Die Wismut gab es zu ihren Bergbauzeiten quasi geteilt: Von 1947 bis 1953 in sowjetischer Hand (SAG) und dann nochmals als Mischunternehmen aus den Anteilseignern DDR, SU (SDAG). Diese AG übernahm 1991 per Einigungsvertrag die Bundesrepublik. Aber für viele 1953 aufgegebene Standorte gibt es gar keine Rechtsnachfolger. Zum Beispiel der Ort Johanngeorgenstadt.

Ein Mitarbeiter der Wismut GmbH misst in Schlema Gammastrahlung.
Ein Mitarbeiter der Wismut GmbH misst in Schlema Gammastrahlung.  © Klaus Jedlicka

Manchmal aber sind es auch nur Ecken, die noch immer radiologisch verstrahlt sind und die daher saniert werden müssen: Da ein Waldstück, dort eine Wiese an alten Gleisen, erklärt Wismut-Projektleiter Manfred Speer. Doch die Sanierung, an der sich Bund und Länder freiwillig finanziell beteiligen, dauert noch Jahre.

Darum kündigt Dulig an, schon jetzt würden Verhandlungen miteinander aufgenommen, wie es bis 2022 und darüber hinaus weiter geht. Denn das Bergbauland Sachsen habe auch nach dem Schürfen eine Verantwortung für Lebensqualität in den Bergbau-Regionen.

Was das bedeuten kann, schilderte der Minister am Beispiel von Schlema, das er gut kennt, weil seine Mutter von hier stammt: „Wer hätte vor 30 Jahren gedacht, dass wir einmal durch einen Kurpark in Schlema gehen.“

Auch solche alten, zusammengebrochenen Stollen muss die heutige Wismut GmbH 
sanieren.
Auch solche alten, zusammengebrochenen Stollen muss die heutige Wismut GmbH sanieren.  © Wismut GmbH
Sachsens oberster Bergmann, Martin Dulig (43, SPD, r.), im Gespräch mit 
Bergleuten.
Sachsens oberster Bergmann, Martin Dulig (43, SPD, r.), im Gespräch mit Bergleuten.  © Klaus Jedlicka

Titelfoto: Klaus Jedlicka


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