Besoffenem ICE-Fahrer drohen Konsequenzen: "Der ist längste Zeit seines Lebens Lokführer gewesen!"

Wittenberg - Im Fall eines betrunkenen ICE-Lokführers in Sachsen-Anhalt fordert der Fahrgastverband Pro Bahn harte Konsequenzen für den Betroffenen.

Mit knapp 2,5 Promille ist ein betrunkener ICE-Lokführer an Wittenberg vorbeigerauscht. (Symbolbild)
Mit knapp 2,5 Promille ist ein betrunkener ICE-Lokführer an Wittenberg vorbeigerauscht. (Symbolbild)  © DPA

"Wer so erwischt wird, ist die längste Zeit seines Lebens Lokführer gewesen", sagte der Sprecher und Ehrenvorsitzende Karl-Peter Naumann am Donnerstag. So etwas dürfe nicht vorkommen.

Der Lokführer war am Dienstagabend mit knapp 2,5 Promille an Wittenberg vorbeigerauscht und wenig später in Bitterfeld aus dem Zug geholt worden (TAG24 berichtete).

Nach Angaben der Bahn wurde der Triebfahrzeugschein des Lokführers eingezogen und dem Eisenbahnbundesamt übergeben. Der Mann werde bis auf Weiteres nicht mehr eingesetzt, sagte ein Sprecher in Leipzig. "Der Vorfall wird Konsequenzen haben."

Über strafrechtliche und arbeitsrechtliche Folgen könne aber erst nach Abschluss der Ermittlungen durch die Bundespolizei entschieden werden. "Jeder Lokführer weiß seit seiner Einstellung, dass Alkohol im Dienst gar nicht geht", sagte der Sprecher.

Ständige Kontrollen seien nicht möglich. Das Unternehmen vertraue darauf, dass sich die Beschäftigten an das Regelwerk hielten, sagte der Bahn-Sprecher. Auch Naumann von Pro Bahn hält Kontrollen nicht für zielführend. Es gebe bereits viele Sicherheitseinrichtungen.

Zudem seien Fälle von betrunkenen Lokführern sehr selten.

Ein betrunkener Lokführer der Deutschen Bahn hatte am Dienstag vergessen, am Bahnhof in Wittenberg zu halten. (Symbolbild)
Ein betrunkener Lokführer der Deutschen Bahn hatte am Dienstag vergessen, am Bahnhof in Wittenberg zu halten. (Symbolbild)  © DPA

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