Mord an Rentner: Tatverdächtiger schweigt weiter

Wittenburg - Noch immer schweigt der Tatverdächtige nach dem Mord an einem Rentner in Wittenburg. Doch nach und nach gelangen immer mehr Informationen an die Öffentlichkeit.

In diesem Haus spielte sich die vermeintliche Tat ab.
In diesem Haus spielte sich die vermeintliche Tat ab.  © DPA

Das Motiv für die mutmaßliche Tat ist aber weiterhin unklar.

Der 20-jährige Asylbewerber aus Afghanisten schweige weiterhin zu den Vorwürfen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Schwerin am Montag. Von der Tatwaffe fehle weiterhin auch jede Spur.

Derzeit sitzt mutmaßliche Mörder in Untersuchungshaft in Neustrelitz. Gegen ihn wurde ein Haftbefehl erlassen, ein Verteidiger wurde ihm zugeteilt.

Bisher ist nur klar, dass der Verdächtige als Helfer im Haushalt des Rentners beschäftigt war. Eigentlich lebte er aber in einer Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Zwickau.

Über die Tochter des Opfers, die in der Flüchtlingshilfe tätig ist, soll er nach Wittenburg gekommen sein.

Staatsanwältin Claudia Lange informierte am Sonntag über den Fall.
Staatsanwältin Claudia Lange informierte am Sonntag über den Fall.  © DPA

Nach und nach werden auch die Abläufe nach der mutmaßlichen Tat deutlicher. Ein zweiter Pfleger im Haus des Rentners habe die Tat über ein Babyphone gesehen, dachte aber zunächst an nichts Schlimmes.

Erst als der Tatverdächtige mit dem Auto des Opfers floh, wurde ihm der Vorfall bewusst. Daraufhin alarmierte er die Polizei und einen Rettungswagen.

Die Flucht des 20-Jährigen endete allerdings schnell. "Der Versuch endete in einer Hecke", erklärte Staatsanwältin Claudia Lange.

Samstag Nachmittag wurde der mutmaßliche Mörder nach kurzer Flucht an der A24 bei Geesthacht von der Autobahnpolizei aufgegriffen, wie Steffen Baudler vom Polizeipräsidium Rostock sagte.

Die Beamten hätten den jungen Mann in ein Krankenhaus gebracht, bei der Überprüfung der Identität habe sich herausgestellt, dass es sich um den Tatverdächtigen handelte.

Ungeachtet der bisherigen Erkenntnisse soll der Tote obduziert werden, um die genaue Todesursache festzustellen.

Am Nachmittag geben Polizei und Staatsanwaltschaft eine weitere Pressekonferenz.

Update, 16.10 Uhr:

Die Obduktion hat die Todesursache bestätigt. Der Rentner starb an einer tiefen Halsschnittwunde durch einen scharfen Gegenstand, wie ein größeres Messer, sagte die Oberstaatsanwältin Claudia Lange.

In der Stadt ist die Trauer hingegen groß: "Die Tat ist für uns unfassbar, der 85-Jährige hatte sich unter anderem stark beim Förderkreis Mühle eingebracht", sagte Bürgermeisterin Margret Seemann (SPD).

Sie warnte aber auch davor, den Vorfall für politische Zwecke zu nutzen. Als Bespiel führte sie Aufrufe zu Mahnwachen via Internet seitens der rechtsextremen NPD und der AfD an. "Ich hoffe, dass sich die Bürger gegen solche Versuche zur Wehr setzen", sagte die SPD-Politikerin.

Die AfD-Landtagsfraktion forderte, dass sich der Innenausschuss mit den Fall beschäftigen soll. Der Fall sei brisant, sagte der Fraktionsvorsitzende Nikolaus Kramer.

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