Witwe des London-Terroristen: "Mir wäre es am liebsten, er hätte mein Kind und mich getötet"

London - Am 3. Juni 2017 fuhren drei islamistische Terroristen mit einem Lieferwagen über die London Bridge und töteten dabei drei Menschen. Anschließend erstachen sie fünf weitere in einem angrenzenden Markt-Viertel.

Zwei der beiden Terroristen Khuram Butt und Rachid Redouane.
Zwei der beiden Terroristen Khuram Butt und Rachid Redouane.  © Foto: Uncredited/Metropolitan Police/AP/dpa

"Es bricht mir das Herz, dass ich ins Gesicht eines Terroristen blicke, wenn ich meine Tochter ansehe". Diese Worte von Charisse O'Leary gehen unter die Haut. Sie ist die Witwe eines der drei Terroristen des Brücken-Anschlages in London 2017.

Khuram Shazad Butt, Youssef Zaghba und Rachid Redouane waren die drei Männer die acht Menschen töteten und 48 weitere zum Teil schwer verletzten. Letzterer war der Ehemann von Charisse. Beide haben eine gemeinsame Tochter.

Die Witwe sprach jetzt in der britischen "Sun" über all das, was sie erlebt hat und wie sich ihr Leben veränderte seit diesem Tag. "Mit was für einer Zukunft muss sich mein Kind herumplagen? Sie wird für immer die Tochter eines Terroristen sein!", so die 41-Jährige.

Redouane nahm seine damals 20-Monate alte Tochter mit, als er, der damals 27-Jährige Rädelsführer Khuram Butt und Komplize Youssef Zaghba den Lieferwagen besorgten und ihn mit 29 Kiessäcken befüllte, damit der Wagen schwerer ist für die geplante Gräueltat. Seine Frau war währenddessen beim Grillen bei Freunden, dachte alles sei gut, ihre Tochter in Sicherheit.

Dann sagt die Mutter einen Satz, der einem die die Sprache verschlägt: "Mir wäre es am liebsten, er hätte mein Kind und mich mit umgebracht!".

Sie spricht voller Verzweiflung, über ein Leben dass seit der Tat ihres Mannes ein anderes ist.

Charisse O'Leary wusste rein gar nichts von den Plänen ihres Mannes

Polizisten sicherten das Gebiet nach den Anschlägen weitläufig.
Polizisten sicherten das Gebiet nach den Anschlägen weitläufig.  © Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

"Nichts kann das jemals ändern. Meine Tochter wird immer von diesem Bösen getrübt sein. Als er meine Tochter zurückbrachte, hatte ich keine Ahnung - aber sie war klatschnass. Ihre Windeln waren nicht gewechselt - wohl weil er sauber und heilig bleiben wollte."

Drei Stunden nachdem er seine Tochter zu seiner Mutter brachte, vollzog Redouane mit seinen Komplizen die Tat.

Am nächsten morgen gegen 7 Uhr stürmte dann eine Anti-Terror-Einheit die Wohnung der Frau in Barking, im Osten von London - überraschte die Frau und ihr Kind schlafend: "Ich öffnete die Augen und der Raum war voller Rauch. Ich sah Trümmer auf dem Boden. Ich stieg aus dem Bett und hörte anschließend "Runter, runter"-Rufe."

Während die Polizisten ihre Wohnung zwei Stunden lang durchsuchten, hielten sie die Frau und ihr Kind fest. "Es war wie in einem Film". Anschließend wurde sie unter Tränen wegen Terror-Verdachts festgenommen und abgeführt. Nach 36 Stunden wurde die Frau wieder freigelassen.

"Ich betete, dass unter den Opfern keine Kinder waren. Ich konnte nicht schlafen, nichts essen. Als ich zu meiner Mutter kam warteten hunderte Menschen. Ich hasste ihn. Erst später fiel mir auf, dass es einfacher war einfach tot zu sein. Einfacher, als sich alledem zu stellen. Es gab Leute, die sagten, ich und meine Tochter sollen zum Sterben nach Syrien gehen".

O'Leary sagte, sie weine jeden Tag für die Opfer: "Jeden Tag tut es mir unendlich leid für die Opfer."

Das Foto zeigt den Lieferwagen, der in die Menschengruppen raste.
Das Foto zeigt den Lieferwagen, der in die Menschengruppen raste.  ©  Jonathan Brady/PA/AP/dpa
Die Witwe Charisse O'Leary.
Die Witwe Charisse O'Leary.  © Screenshot/twitter https://twitter.com/search?f=tw


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