Wladimir Klitschko überrascht: "Ich habe es nicht leidenschaftlich geliebt"

Berlin - Das Karriereende liegt gut ein Jahr zurück, doch Wladimir Klitschko (42) hat sich äußerlich kaum verändert. Er trainiert immer noch hart und hat seine alten Gewohnheiten aus Boxertagen nicht abgelegt. Doch im Interview mit dem Onlineportal "t-online" überrascht der ehemalige Weltmeister mit einem interessanten Geständnis.

Klitschko hat ein Comeback nie wirklich ausgeschlossen, allerdings würde er nur für den guten Zweck zurückkehren.
Klitschko hat ein Comeback nie wirklich ausgeschlossen, allerdings würde er nur für den guten Zweck zurückkehren.  © DPA

Die Niederlagen gegen Corrie Sanders und Lamon Brewster markierten für Klitschko die traurigen Tiefpunkte seiner Karriere und läuteten das Ende ein.

"Ich war der Champion - und dann kamen plötzlich zwei Niederlagen innerhalb eines Jahres", sagte der 42-Jährige. "Ich war der Loser der Klitschko-Brüder. Die Zeiten waren brutal schwer. Mein eigener Bruder sagte mir: 'Du musst mit dem Sport aufhören!'"

Bis 2004, mit der bitteren Niederlage gegen Brewster, war Boxen für den jüngeren Bruder von Vitali Klitschko kein Vergnügen. "Ich habe das Boxen wirklich nicht geliebt. Ich habe es gemacht, weil ich es immer gemacht habe", erklärt der gebürtige Ukrainer und spricht damit einen interessanten Punkt an.

"Ich habe die Rolle eines Profi-Boxers eingenommen. Ich bin kein geborener Boxer", erklärt Klitschko. "Ich bin das einfach geworden. Ich wollte reisen, Sport war für mich ein Werkzeug. Ich habe es nicht leidenschaftlich geliebt. Mein Bruder Vitali ist ein geborener Kämpfer. Er war immer im Kampfsport aktiv. [...] Er war derjenige, der dafür geschaffen wurde, von Geburt an. Ich wurde dazu gemacht."

Und weiter: "Ich war in der Sowjetunion in einer Art Käfig. Reisen war unmöglich, außer, wenn du Politiker warst - oder Sportler". Und so entschloss sich der 42-Jährige für das Boxen. "Mein Weg, diesen Käfig zu verlassen". Was bleibt von Klitschkos Karriere?

Trotz herber Niederlagen 2003 und 2004 folgten zahlreiche glanzvolle Siege, worüber man auch in Zukunft sprechen wird. Klitschko war nicht nur ein Boxer, er ist bis heute ein Sympathieträger, der sich sozial und politisch engagiert. Sein Kampfschauplatz hat sich nur verlagert, wie er selbst sagt.

Titelfoto: DPA


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