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Möglichkeiten zur Stabilisierung des WLAN-Empfangs

Stabilisierung des WLAN-Empfangs im Heimnetzwerk

Was tun gegen schlechten WLAN-Empfang im Heimnetzwerk? Informationen findet Ihr hier im ARTIKEL.

Deutschland - Seit Jahren ist die WLAN-Verbindung eines der großen und heiklen Themen in vielen Heimnetzwerken. Hilfe gegen schlechten Empfang im Heimnetzwerk verschaffen seit Längerem WLAN-Verstärker, zu denen gegriffen werden kann, wenn auch das Verändern der Routerposition und der richtigen Konfiguration zu nichts führt.

Seit Kurzem finden sich außerdem Mesh- und Bridgesysteme auf dem Markt, die endgültig für vernünftiges WLAN im ganzen Haus sorgen sollen. Wie aber funktioniert all diese neue Technik und welche Systeme haben welche Vor- und Nachteile?

Wo die Verbindung am Arbeitsplatz oder im Wohnzimmer vielleicht noch hervorragend funktioniert, liegt irgendwo im Keller oder in einer Ecke der Küche ein Funkloch. Der Musikstream reißt ab und der Ärger ist groß, hat man doch in einen guten Router und einen teuren Streamingdienst investiert.

Noch ärgerlicher ist es, wenn der Netflixstream auf der Leinwand beim Grillabend mit Freunden im Garten plötzlich abreißt. Und alles nur, weil das WLAN klemmt. Verschiedene Tricks und neue Technologien sollen für Abhilfe schaffen, doch wie gut funktionieren sie wirklich?
















Wer die Antennen beim
Anschluss des Routers senkrecht nach oben ausrichtet, sorgt für eine deutliche
Signalverstärkung.
Wer die Antennen beim Anschluss des Routers senkrecht nach oben ausrichtet, sorgt für eine deutliche Signalverstärkung.

WLAN „natürlich“ verstärken

Die Router-Position

Ist das WLAN-Signal hin und wieder extrem schwach, neigen viele User dazu, sofort einen mitunter teuren Verstärker zu kaufen. Zuallererst sollte aber lieber dreifach die Position des Routers, also der Aufstellort im Haus überprüft und gegebenenfalls geändert werden. Da alle gängigen Modelle heute in der Regel eine Reichweite von 20 bis 30 Meter haben, gilt es, den Access Point möglichst zentral zu platzieren und einen großen Abstand zu möglichen Störquellen zu wahren:

• Am besten kann sich das Funksignal in hohen und offenen Räumen und auf leerstehenden Flächen entfalten. Da nicht jeder schöne hohe Altbaudecken hat, ist nach einem zentral gelegenen und leicht erhöhten Standpunkt für den Router Ausschau zu halten.

• Wer den Router gerne versteckt und daher auf dem Boden platziert, schadet der Verbindung immens. Denn Funkwellen können sich am besten nach unten und auf die Seiten ausbreiten. Da der Router auf dem Boden vor allem in einem 180°-Winkel nach oben strahlt, geht fast die Hälfte der Sendeleistung verloren. Falls es dennoch keine andere Möglichkeit gibt, sollten zumindest einige Bücher oder sonstige Gegenstände zur Erhöhung untergelegt werden.

• Die besten Standorte sind also zentral und leicht erhöht. Wer kein Problem mit der Optik des Routers hat, stellt diesen bestenfalls auf eine Kommode oder montiert ihn gar irgendwo an die Decke. Natürlich sind eine Steckdose sowie eine Telefon- bzw. Kabelbuchse in Reichweite wichtig.

• Einige Router verfügen über externe Antennen. Sie wirken dann besonders gut, wenn sie im 90°-Winkel nach oben ausgerichtet werden. Router, die über keine Antenne verfügen, können oftmals dennoch mit einer solchen ausgestattet werden. Oftmals lässt ich das Signal damit schon deutlich verstärken.

• Jegliche physischen Objekte sind in der Lage, das WLAN-Signal zu schwächen. Besonders auch solche, die selbst Funkwellen ausstrahlen, beeinträchtigen das Router-Signal. Daher sollten sie vom Router möglichst ferngehalten werden. Typische Beispiele für Störquellen im Haus sind elektronische Geräte, wie Bluetooth-Lautsprecher, Halogen-Lampen und Fernbedienungen; mit Wasser gefüllte Gegenstände, wie Boiler, Aquarien und Badewannen; große Metall-Objekte, wie Kühlschränke, Tresore und Flachbildschirme; funkende Störquellen, wie Babyphones, Mikrowellen und Schnurlostelefone; reflektierende und glänze Oberflächen, wie Fenster, Spiegel und Fliesen und Wände aus (Stahl-)Beton oder Rigips.

Den Router richtig konfigurieren

Verbessert sich nach einer Umpositionierung des WLAN-Routers und der Beseitigung von Störquellen rund um das Gerät noch nichts, kann auch versucht werden, andere Einstellungen am Router vorzunehmen. Viele wissen gar nicht, dass moderne Netzwerkrouter heute auch eine Web-Oberfläche besitzen und dass die Standardeinstellungen oft nicht darauf ausgelegt sind, die optimale Verbindung herzustellen. Es gilt stattdessen, diverse Einstellungen manuell zu ändern und auszuprobieren. Dabei gilt es, typische Fehler zu vermeiden.

  • Um dies tun zu können, muss zunächst das Konfigurationsprogramm des Routers aufgerufen werden, indem in einem beliebigen Internetbrowser die Router-Adresse in die Adressleiste eingegeben wird. Wer nicht genau weiß, welchen Router er besitzt, kann dies anhand seines Internetanbieters herausfinden.
  • Nach dem Einloggen ins Router-Menü, können nun Einstellungen vorgenommen werden. Nicht alle Einstellungen sind dabei für die Verbesserung des WLAN-Signals relevant.
  • Auch ein Router ist mit einer Software ausgestattet, die man Firmware nennt und die regelmäßig geupdatet werden sollte. Denn sie wird von den Herstellern ständig weiterentwickelt und verbessert. Unter den Navigationspunkten „System“ oder „Aktualisierung“ oder Ähnlichem kann in der Benutzeroberfläche des Routers einfach überprüft werden, ob ein Update verfügbar ist. Die Vorteile eines Updates sind meist, dass neue Funktionen eingespielt werden, Sicherheitslücken geschlossen und Fehler behoben werden und der Empfang sich eben mitunter verbessert.
  • Wer über ein älteres Router-Modell verfügt, könnte seinen Empfang eventuell einfach verbessern, indem er das Frequenzband wechselt. Derzeit können ein 2,4 GHz- oder ein 5 GHz-Band genutzt werden – die meisten Router verwenden das veraltete erstere. Da andere elektrische Geräte im Haushalt, wie etwa Funkfernbedienungen diese Frequenz ebenfalls benutzen, kann es zu Signalstörungen kommen. Es ist daher empfohlen, beim Router auf das 5 GHz-Band zu wechseln. Dieser Wechsel kann ebenfalls mit wenigen Klicks über die Weboberfläche vorgenommen werden. Beachtet werden muss dabei jedoch, dass jedes WLAN-Gerät im Haushalt dieses Frequenzband unterstützen muss, da sonst meist keine Verbindung mehr möglich ist. In den technischen Details der Bedienungsanleitungen eines Gerätes finden sich die nötigen Informationen zur Frequenzbandunterstützung. Dualband-Router unterstützen übrigens gleichzeitig beide Frequenzbänder und nutzen automatisch die schnellstmögliche Verbindung.
  • Auch die Wahl des passenden WLAN-Standards kann entscheidend die Signalstärke beeinflussen. Der Standard regelt die Kommunikation aller Endgeräte, wie Computer, TV, Handy usw. Somit definiert er, wie all die technischen Endgeräte im Haushalt sich untereinander verständigen und welches Gerät dabei welche Aufgabe übernimmt.
  • Die erste Version dieses Standards, der in der Fachsprache auch als die Norm IEEE 802.11. bekannt ist, wurde 1997 veröffentlicht und seither ständig weiterentwickelt. Was die WiFi-Technologien betrifft, werden mit jeder neuen Version des Standards in der Regel auch die Reichweite sowie die WLAN-Übertragungsrate verbessert.
  • Wer sich vielleicht einen neuen Router zulegen möchte, sollte einen mit Unterstützung des AC-Standards (Fachbezeichnung: IEEE 802.11ac) wählen, da damit HD-Videos schneller übertragen werden und etwa auch gestochen scharfe VoIP-Telefonate geführt werden können. Welchen WLAN-Standard ein Router unterstützt, kann auf der Produktverpackung oder im Handbuch nachgelesen werden. Bei der Umstellung des Routers auf den neuen Standard AC oder N ist ebenfalls wieder zu beachten, dass auch alle Mobilgeräte diesen Standard unterstützen.
Herkömmliche Repeater verfügen über eine oder zwei Antennen und werden einfach in die Steckdose gesteckt.
Herkömmliche Repeater verfügen über eine oder zwei Antennen und werden einfach in die Steckdose gesteckt.

Herkömmliche WLAN-Verstärker

Der Repeater

Helfen sowohl die Umpositionierung, als auch die Einstellungsveränderungen nichts und wollen auch sonst keine Tricks fruchten, muss vielleicht doch ein WLAN-Verstärker her. Dieser Verstärker, auch Repeater, Extender oder Booster genannt, dient dazu, die WLAN-Reichweite deutlich zu verstärken und so eventuell auch für Empfang in den letzten Ecken des Hauses zu bekommen.

Benötigt wird für den Repeater lediglich eine freie Steckdose und da das Gerät vollkommen geräuschlos ist, stellt es die einfachste Möglichkeit zur Signalverstärkung dar. Der Repeater wird nicht nur einfach installiert, er ermöglicht auch eine Verdopplung der WLAN-Reichweite. Schnelle Verbindungen mit bis zu 1.300 Mbit sind machbar und das Gerät funktioniert mit allen gängigen WLAN-Routern, wie EasyBox, Fritzbox oder Speedport. Der Energieverbrauch eines Repeaters ist gering.

Der Verstärker bildet eine Signalbrücke zwischen Router und einem Endgerät, wie dem Laptop. Er empfängt dabei das bestehende WLAN-Signal und sendet es in verstärkter Form weiter. Somit baut er im Grunde ein zweites WLAN-Netzwerk auf, das genutzt werden kann, ohne dass dafür erneut Zugangsdaten eingegeben werden müssten oder Sonstiges.

Zur Installation des Repeaters wird dieser einfach an eine freie Steckdose angeschlossen, die WPS-Taste am Verstärker wird für mehrere Sekunden gedrückt, genau wie anschließend die WPS-Taste am Internetrouter und schon sollte das Signal sich verbessern.

Mehrere Geräte gleichzeitig nutzen

Grundsätzlich ist auch ein Einsatz mehrerer WLAN-Verstärker möglich. Die meisten Geräte unterstützen dies auch. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass jeder einzelne Repeater auch mit dem Internetrouter verbunden ist. Die optimale Anordnung einer gleichzeitigen Benutzung mehrere Verstärker wäre, die zentrale Positionierung eines Routers in der Mitte und eine etwa kreisförmige Verteilung der Verstärker außen herum.

Abzuraten ist von einer Hintereinanderschaltung der Repeater. Bei jener wird nur der erste Repeater mit dem Router verbunden und alle weiteren mit dem jeweils vorherigen Repeater. Bei einer solchen Hintereinanderschaltung kommt es in der Regel zu einer instabilen Verbindung und es geht einiges an Geschwindigkeit verloren. Fällt außerdem einer der Verstärker aus, fallen alle nachfolgenden Verstärker ebenfalls aus.

Generell können unbegrenzt viele Verstärker gleichzeitig genutzt werden. Ein Einsatz von vielen Verstärkern allerdings kann zu Störungen durch Überschneidungen der WLAN-Netze führen.

Alternativen zum Repeater

Wer beispielsweise aufgrund der möglichen Gesundheitsrisiken von Funkstrahlen auf WLAN-Verstärker verzichten möchte, und dennoch die Reichweite erhöhen will, kann auf Alternativen zurückgreifen.

Besonders zwei sind hier zu empfehlen:

1. Mit sogenannten PowerLAN-Adaptern (oder Powerline-Adapter) lässt sich die vorhandene Stromleitung ganz einfach als zusätzliche Internetleitung nutzen. Statt auf eine Funkverbindung angewiesen zu sein, werden ganz einfache vorhandene Steckdosen genutzt.

2. Auch die neuste Netzwerk-Technologie ist eine Alternative zum Repeater und dient zur Aufrüstung des Heimnetzwerks. Mit einem Meshsystem ist blitzschnelles Internet und eine Raumabdeckung für bis zu 350m2 möglich.

Bridge- und WiFi-Meshsysteme gegen herkömmliches WLAN

Seit der CES 2017 (Consumer Electronics Show in Las Vegas) scheint einer der neuen Trends aus den USA auch immer mehr nach Deutschland herüberzuschwappen: Die WiFi-Meshsysteme sorgen für eine Menge Gesprächsstoff. Dabei ist die Technologie noch so neu, dass es noch nicht einmal einen einheitlichen Namen gibt – die einen sagen eben WiFi-Mesh, die anderen Mesh-WLAN und die Dritten einfach nur Mesh-System.

Neuere Bridgesysteme stellen dabei wiederum Sonderformen eines Mesh-Systems dar. Und auch die Systeme selbst scheinen derzeit nicht nach einer einheitlichen Definition zu folgen, da jeder Hersteller unterschiedliche Ansätze hat, sein Produkt als das optimale Mesh-System deklariert und nicht jedes als Mesh-Netzwerk vermarktetes System auch wirklich ein solches ist. Aber was genau macht die spezielle Technik eigentlich aus und warum stellt sie eine Verbesserung gegenüber dem herkömmlichen WLAN und den bisherigen Verstärkern dar?

Zunächst einmal wird auch in jeglichen Meshsystemen das bisher bekannte lokale Funknetz WLAN verwendet. Mesh erfindet nicht etwa ein neues Funknetz, es unterscheidet sich aber zur bisherigen Technik, indem keine Netzwerkkabel mehr verwendet werden. Ein WLAN-Mesh-System besteht stattdessen „aus einem Router und mehreren Access Points, die anstelle von Netzwerkkabeln per WLAN-Backbone miteinander verbunden sind.

„Durch die nicht nötigen Netzwerkkabel soll der Installationsaufwand gegenüber herkömmlichen WLAN-Netzwerken geringgehalten werden, da für die Access Points nur eine Stromversorgung benötigt wird. Oftmals gibt es dabei eine dynamisch vermaschte Struktur zwischen den Access-Points, je nach Funkfeldsituation verändern sich also die Datenwege im WLAN-Backbone“, so Chef und Gründer von Lancom-Systems, Ralf Koenzen.

Zwar hat Lancom Systems selbst keine Mesh-Systeme im Programm, beschäftigt sich aber dennoch kritisch mit der Technologie und sieht die Vor- und Nachteile. Da es keine LAN Verkabelung gibt und die Access Points sehr einfach in die Steckdose gesteckt werden können und damit überall im Haus ein ordentlicher Empfang möglich ist, sei die neue Technik auf den ersten Blick natürlich vielversprechend uns zeige Vorteile gegenüber dem herkömmlichen WLAN. Allerdings zeige die Praxis auch, dass die erwähnten Vorteile mit Einbußen an Stabilität und Performance einhergingen und eine Optimierung des WLAN-Netzes sehr schwer wäre.

Ob Mesh-Systeme sich zukünftig durchsetzen könnten, bleibt abzuwarten. Die Meinungen zu der neuen Technologie jedenfalls gehen auseinander, denn nicht jeder sieht die Nachteile des Meshs so, wie Lancom Systems.

Linksys und Netgear beispielsweise loben Mesh, statt eindringlich davor zu warnen. AVM wiederum integriert gar einige spezielle Mesh-Features in ihre Fritz-Produktpalette, nennt das Ganze dann allerdings Mesh-Komfort. Da letztlich jeder Anbieter für seine Kunden das stabilste, flächendeckendste und signalstärkste WLAN anbieten möchte, wird er auch daran arbeiten, dieses Ziel umzusetzen.

Wenn also auch noch nicht sicher ist, ob Mesh der neue WLAN-Trend der Zukunft ist, kann es dennoch nicht schaden, sich die Funktionsweise fünf verschiedener Systeme etwas genauer anzuschauen.

Viele der Mesh-Systeme lassen sich einfach per App mit dem Smartphone konfigurieren und überprüfen.
Viele der Mesh-Systeme lassen sich einfach per App mit dem Smartphone konfigurieren und überprüfen.

Die Funktionsweise fünf verschiedener Systeme – ein Vergleich

1. Asus Lycra

ASUS ist vor allem für Laptops und Gaming-Hardware bekannt, bietet mittlerweile aber auch zahlreiche Netzwerkhardware an. Asus Lycra ist ein Tri-Band-WLAN-System und damit ein Mesh-Netzwerk. Es ist in einem Dreierpack mit drei WLAN-Knoten zu haben. Asus Lycra basiert auf dem Standard AC2200 und bietet somit Übertragungsraten von 400, 867 und noch einmal 867 Mbit/s.

Verpackt ist die Hardware des Mesh-Systems von ASUS in runde Pucks, welche auf einen knappen Durchmesser von 14 Zentimetern und eine Dicke von etwa vier Zentimetern kommen. Die Pucks verfügen über zwei Öffnungen und können somit theoretisch gut an der Decke befestigt werden. Alternativ verfügen sie über Gummifüße, um sicher, irgendwo im Raum verteilt, aufgestellt werden zu können. Jeder Puck muss mittels eines externen Netzteils mit Strom versorgt werden.

Beim Aufbau des Mesh-Systems wird der Primärpuck, der mit einer blauen Beschriftung an den Anschlüssen versehen ist, mit einem Ethernet-Kabel an das Netzwerk angeschlossen. Die Pucks selbst verfügen über zwei Gigabit-Ethernet-Anschlüsse, an welche auch entsprechende Clients per Ethernet-Kabel eingebunden werden können. Das Pairing des Mesh-Netzwerks geschieht vollautomatisch, sobald es korrekt aufgebaut und angeschlossen wurde; ansonsten kann eine Taste genutzt werden, die sich an der Seite der Pucks befindet.

Asus Lycra spannt ein WLAN mit einer SSID auf, wobei die Clients sich mit jenem einen WLAN verbinden und – je nachdem, welcher Puck die beste Leistung bereitstellt – durch das aufgespannte Netz roamen. Die zentrale Steuerung des Systems erfolgt über eine App, welche für iOS und Android verfügbar ist. Im Grunde ist aber keine spezielle Konfiguration mehr notwendig und auch die Firmware-Updates erfolgen automatisch.

2. AVM Mesh

Beim AVM Mesh bildet die FRITZ!Box seit der neusten Software FRITZ!OS 6.90 die Zentrale, welche den Internetzugang herstellt, als WLAN-Basis dient und das Mesh-Netzwerk aufbaut. Jegliche dazu kompatiblen FRITZ!-Geräte, wie etwa Repeater oder Powerline-Adapter kommunizieren im Mesh und passen ihre Einstellungen einander an. Das Update bietet außerdem eine neue Heimnetzübersicht, die eine Mesh-Verbindungsgrafik enthält. Jene zeigt an, über welches FRITZ-Gerät genau und mit welcher Verbindungsqualität Endgeräte wie Laptop oder Smartphone verbunden sind.

Wie auch beim ASUS Lycra baut sich das Mesh-System automatisch zwischen der Netzwerk-Hardware auf, die über die entsprechende neue Software verfügt. Wer das Mesh-Netzwerk erweitern möchte, kann nach und nach auch einfach weitere Geräte einbinden.

Das AVM Mesh ist somit, was die Hardware betrifft, deutlich flexibler, als das ASUS Lycra. Die Komponenten müssen bei AVM einzeln gekauft werden und man ist nicht an ganz bestimmte Produkte gebunden.

3. Devolo Gigagate

Das Gigagate von Devolo weist einen deutlich stärkeren Bridge-Charakter auf, als die bisherig vorgestellten Mesh-Systeme. So ist von Herstellerseite aus auch von einem Bridge-Setup die Rede – das Starterpaket besteht aus zwei Geräten. Insgesamt lassen sich acht weitere Endpunkte in das Mesh-Netzwerk einbinden.

Einen solchen Endpunkt stellt immer je eine schwarze Box mit empfindlicher Lackoberfläche dar. Wer die Boxen aufhängt, stört sich daran nicht weiter, beim Aufstellen, müssen diese aber sicher regelmäßig von Staub befreit werden, weshalb das Design nicht optimal ist.

Die Stromversorgung eines Endpunktes erfolgt über ein externes Netzteil. Genau wie beim ASUS Lycra gibt es zwei Hardwareausführungen. Eine wird als primärer Eintrittspunkt auch mit dem Netzwerk verbunden, eine wird am Endpunkt aufgestellt. Am primären Eintrittspunkt wird die Verbindung zum bestehenden Netzwerk mittels Ethernet hergestellt, wobei ein zweiter Gigabit-Ethernet-Anschluss die kabelgebundene Erweiterung ermöglicht.

Am Endpunkt des Gigagates sind vier Gigabit-Ethernet-Anschlüsse vorhanden, mittels derer Clients mit einem Ethernet-Kabel verbunden werden können.

Auch beim Devolo Gigagate geht automatisch ein Verbindungsaufbau vonstatten. Ansonsten sind auch hier an der Bridge und den Endpunkten entsprechende Tasten vorhanden.

Amazon Echo, Google Wifi oder nichts von beidem? Die schlichten Designs einiger Geräte, wie Assistenzsysteme und eben auch Mesh-Systeme ähneln sich stark.
Amazon Echo, Google Wifi oder nichts von beidem? Die schlichten Designs einiger Geräte, wie Assistenzsysteme und eben auch Mesh-Systeme ähneln sich stark.

4. Google Wifi

Mit Google Wifi liefert Google, im Gegensatz zu Devolo, ein schlichtes und kompaktes Design mit guter Software. Ein Basis-Paket ist mit zwei oder drei Pucks erhältlich. Mit einem Durchmesser von knapp elf Zentimetern und einer Höhe von fast sieben Zentimetern pro Puck unterscheiden sie sich deutlich von den flacheren, aber größeren Pucks von ASUS. Die Google Pucks lassen sich außerdem auch nicht an Wand oder Decke befestigen.

Aufgebaut wird das Mesh Netzwerk beim Google Wifi über das normale WLAN, das mit einem Funk im 5- und 2,4 GHz-Band auf eine theoretische Übertragungsrate von 1.733, bzw. 300 Mbit/s kommt. Die Stromversorgung erfolgt über ein externes Netzteil mit USB-C Anschluss.

Auch für das Google Mesh-Netzwerk ist keine eigenständige Konfiguration notwendig, der Verbindungsaufbau erfolgt automatisch. Für iOS und Android ist auch hier eine App vorhanden, mit der das Netzwerk auch überwacht werden kann.

5. Netgear Orbi

Mit dem Orbi-System liefert Netgear ein Mesh-System, was sich je nach Einsatzgebiet anpassen lässt und sich somit auch in Größe und Abdeckung unterscheidet. Die höchste Geschwindigkeit, die meisten Anschlussmöglichkeiten und mit einer Abdeckung von 350m2 den besten Empfang liefert das Netgear Orbi RBK50.

Hinsichtlich WLAN und Anschlussmöglichkeiten ist das System vom Netgear mit den anderen Mesh-Systemen vergleichbar. Da Netgear allerdings eines der ersten Unternehmen war, welches sich auf die Mesh-Infrastruktur als Möglichkeit des heimischen WLAN-Ausbaus konzentrierte, gibt es inzwischen eine größere Produktpalette als bei den meisten anderen Anbietern.

Das RBK50 ist zwar enorm leistungsstark, lässt sich aber aufgrund der deutlich unpraktischeren Größe, als bei den anderen Mesh-Systemen, nicht subtil in einem Regal unterbringen. Wer es lieber etwas kleiner mag, muss auf das RBK40 oder RBK30 zurückgreifen, bei denen der Empfang natürlich nicht ganz so gut ist, wie beim großen Bruder.

Fotos: fotolia.de © Piotr Adamowicz (#180843588), otolia.de © lobro (#120411227), fotolia.de © escapejaja (#191230387), fotolia.de © folienfeuer (#145960880)

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