Drama-Spiel: Tor kurz vor Schluss rettet Messi das Achtelfinale

St. Petersburg – Superstar Lionel Messi hat Vize-Weltmeister Argentinien mit seiner ersten WM-Show in Russland doch noch ins Achtelfinale geführt und seinem Trainer Jorge Sampaoli wohl vorerst den Job gerettet.

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Der fünfmalige Weltfußballer schoss beim dramatischen 2:1 (1:0)-Sieg der Alibeceleste gegen Nigeria mit seinem ersten WM-Treffer nach 660 erfolglosen Minuten das 1:0 (14. Minute) und war mit dem 100. Tor des Turniers der Wegbereiter des so dringend benötigten Sieges. Nach dem Ausgleich durch Victor Moses (51.) per Foulelfmeter vor 64.468 Zuschauern sah es am Dienstagabend nach einem bitteren Vorrunden-Aus für Argentinien aus, doch Marcos Rojo erlöste Messi und den auf der Tribüne leidenden Diego Maradona mit seinem Tor in der 86. Minute.

Mit vier Punkten zog Argentinien als Gruppenzweiter hinter Kroatien in die K.o.-Runde ein und trifft am Samstag in Kasan auf Frankreich. Nigeria mit dem deutschen Trainer Gernot Rohr und dem gebürtigen Berliner Leon Balogun in der Abwehr ist dagegen mit drei Zählern ausgeschieden.

Bis zu Messis erstem Tänzchen dauerte es nur eine knappe Viertelstunde. Dann war er endlich wieder da, der zuletzt so phlegmatische Virtuose. Mit dem Oberschenkel nahm er einen Pass von Ever Banega mit und schob überlegt ein. Die Messi-Rufe der rund 25.000 Argentinien-Fans hallten durch die Arena.

Messi war das Herzstück des Spiels. Rohr hatte ihm keinen festen Bewacher zugeordnet. Er ging immer wieder tief ins Mittelfeld zurück, um sich dort die Bälle zu holen. Wenn es gefährlich wurde, war Messi beteiligt. Higuain schickte er gefährlich in die Gasse (27.). Nigerias Torwart Francis Uzoho (34.) lenkte mit den Fingerspitzen einen Freistoß des Superstars an den Pfosten.

Im Kabinengang versammelte Messi vor dem Anpiff der zweiten Halbzeit noch seine Kollegen um sich und beschwor sie mit eindringlichen Worten. Mascherano hatte wohl nicht gut zugehört und leistete sich ein dummes Halten gegen den in Berlin geborenen Balogun. Moses verwandelte lässig zum Ausgleich und feierte mit einem spektakulären Salto.

Es blieben 40 Minuten Kampf für das nötige Tor. Mascherano, außer seinem Fehlgriff bester Argentinier, war von blutigen Schrammen im Gesicht gezeichnet. Messi mühte sich aber nun meist vergeblich. Statt Ballzauber gab es viele Fehlpässe. Glück hatten die Gauchos noch, als Schiedsrichter Cüneyt Cakir trotz Videobeweis nach Handspiel von Rojo nicht auf Strafstoß entschied. Und dann rettete genau dieser mit seinem späten Schuss ins Glück Messi und Argentinien.

Im Parrallelspiel gewann Kroatien gegen tapfere Isländer mit 2:1 durch Tore von Badelj und Perisic. Damit sicherten sich die Kroaten überlegen den Gruppensieg. Sie treffen im Achtelfinale auf Dänemark.

Lionel Messi trifft zum 1:0 für Argentinien.
Lionel Messi trifft zum 1:0 für Argentinien.  © DPA
Messi
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