Für 1 Euro!? Unternehmer Wöhrl wollte Air Berlin zum Spottpreis

Eine Air-Berlin-Maschine am Flughafen Berlin-Tegel.
Eine Air-Berlin-Maschine am Flughafen Berlin-Tegel.

Berlin - Für einen Euro bekommt man viele Dinge in Deutschland: Ein Hamburger, einen Einkaufswagen und scheinbar auch eine insolvente Fluggesellschaft. Zu mindestens dachte sich das der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl (69). Sage und schreibe einen Euro soll er für Air Berlin geboten haben, wie die B.Z. berichtet.

Das Interesse von Wöhrl war groß. Seit Wochen buhlte der Unternehmer um die komplette Übernahme von Air Berlin, wie er selbst sagte. Flugzeuge und Crew sollten vermietet werden, so die Idee des 69-Jährigen. Mit der Lufthansa wollte er als Wunschpartner Hand in Hand gehen, doch eine Kooperation kommt für die Airline derzeit nicht in Frage.

So hat Wöhrl sich entschlossen, die Air Berlin für einen Spottpreis zu kaufen. Nach B.Z.-Informationen soll der Nürnberger Unternehmer in einem 90-minütigen Gespräch mit den Managern der Fluggesellschaft und den Insolvenzverwaltern am Mittwoch einen Euro als Kaufpreis auf den Tisch gelegt haben.

Doch wie TAG24 berichtete, ist Wöhrl aufgrund einer verzichteten Untersuchung der Geschäftsbücher durch Air-Berlin-Verantwortlichen, vorerst raus aus dem Rennen um die Fluggesellschaft

Vor allem die Air-Berlin-Tochter Niki ist aufgrund seiner modernen Flotte besonders begehrt.
Vor allem die Air-Berlin-Tochter Niki ist aufgrund seiner modernen Flotte besonders begehrt.

Unterdessen wird es für die Air-Berlin-Tochter eng. Wenn nicht schnellstmöglich ein Verkauf erzielt wird, droht auch Niki Anfang November die Insolvenz, wie die B.Z. aus Unternehmerkreisen erfuhr.

Aktuell zählen Lufthansa, EasyJet und Condor zu den aussichtsreichsten Anwärter für eine Übernahme. Auch weitere europäische Fluggesellschaften, die bislang noch unklar sind, sollen Interesse bekundet haben.

Auch ein neuer Investor soll nun ins Rennen eingestiegen sein. Wie Spiegel Online berichtet, hat der umstrittene ehemalige EnBW-Chef Utz Claassen (54) auch Interesse an einen Kauf von Air Berlin angemeldet. Er will laut Schreiben an Sachwalter Lucas Flöther "einen möglichst großen Anteil der Arbeitsplätze" erhalten.

Dafür hätte er "hochpotente und hochseriöse internationale Investoren" kontaktiert, mit denen er "freundschaftlich verbunden" sei, heißt es weiter. Das letzte Wort ist im Kampf um Air Berlin als noch nicht gesprochen worden.

Utz Claassen, früherer Chef des Energiekonzerns EnBW, steigt in die Verhandlungen wohl mit ein.
Utz Claassen, früherer Chef des Energiekonzerns EnBW, steigt in die Verhandlungen wohl mit ein.  © DPA

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