Umweltverbände klagen gegen Abschuss von Thüringer Wölfin

Erfurt - Die Abschussgenehmigung für die Wölfin von Ohrdruf kollidiert nach Ansicht der Umweltverbände BUND und Nabu mit dem europäischen Naturschutzrecht.

Die Wölfin lebt seit Jahren in Ohrdruf, bekam Nachwuchs mit einem Haushund.
Die Wölfin lebt seit Jahren in Ohrdruf, bekam Nachwuchs mit einem Haushund.  © ---/TMUEN/dpa

Die Region um den Bundeswehrübungsplatz Ohrdruf, in dem die Wölfin lebe, stehe als sogenanntes Flora-Fauna-Habitat unter Schutz, erklärten die Verbände am Freitag in Erfurt. Der Erhalt geschützter Arten habe hier Priorität. Der Wolf steht unter strengem Artenschutz.

Thüringen müsse dafür sorgen, dass ein Zusammenleben von Weidetieren und dem Wolf in diesem Habitat möglich sei, erklärten die Naturschützer weiter.

Die vom Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz im Dezember erlassene Ausnahmegenehmigung zum Abschuss der Wölfin sehe jedoch keine entsprechende Verträglichkeitsprüfung vor.

Die Behörde hatte den Abschuss erlaubt, nachdem das Tier mehrfach für unüberwindbar gehaltene Herdenschutzzäune übersprungen und Schafe und Ziegen gerissen hatte.

Die Umweltverbände haben Klage gegen die Abschussgenehmigung beim Verwaltungsgericht Gera eingereicht und zudem einen Eilantrag gestellt, um den Abschuss bis zur Entscheidung der Klage auszusetzen.

Die Hybriden-Mischlinge überlebten nicht, wurden erschossen oder starben. Einer der toten Welpen wurde präpariert.
Die Hybriden-Mischlinge überlebten nicht, wurden erschossen oder starben. Einer der toten Welpen wurde präpariert.  © DPA

Wölfin ist wahrscheinlich bis Februar sicher

Update 13.54 Uhr: Im Streit um den Abschuss der Ohrdrufer Wölfin rechnet das Geraer Verwaltungsgericht im Februar mit einer Entscheidung im Eilverfahren. Zwar sei der Bescheid der zuständigen Behörde sofort vollziehbar, bis zur Entscheidung im Eilverfahren werde es nach Absprache mit der zuständigen Behörde aber keinen Abschuss geben, erklärte Gerichtspräsident Michael Obhues am Freitag. "Der Wolf ist bis dahin sicher."

Titelfoto: ---/TMUEN/dpa

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