Nach erneutem Mischlings-Nachwuchs: Thüringer Wölfin soll sterben

Ohrdruf - Jetzt geht es in Ohrdruf nicht mehr nur um das Leben der kleinen Wolfsmischlinge, sondern auch ihre Mutter steht im Visier!

Auf diesem Bild erkannten die Experten das Gesäuge der Wölfin.
Auf diesem Bild erkannten die Experten das Gesäuge der Wölfin.

Am Freitag wolle der Thüringer Bauernverband beim Umweltministerium offiziell den Antrag auf Abschuss der Wölfin einreichen, so der MDR. Man beziehe sich dabei auf das angeblich artuntypische Verhalten der einzigen Wölfin, die es in Thüringen gibt.

Die lebt auf dem Truppenübungsplatz in Ohrdruf, machte 2017 das erste Mal auf sich aufmerksam, als sie gemeinsam mit einem Haushund Nachwuchs bekam. Ihre Kinder konnten nicht eingefangen werden, 4 von 6 sind bisher abgeschossen worden, von den anderen beiden fehlt jede Spur.

Vor wenigen Wochen wurde dann klar, dass die Wölfin wieder Nachwuchs hat, nachdem Bilder der Welpen aufgetaucht sind, sind sich Experten sicher: Das sind wieder Hybriden, vielleicht sogar mit dem eigenen Sohn gezeugt, der bis zu seinem Tod im April bei seiner Mutter lebte.

Der Bauernverband fürchtet nun, dass die Wölfin wieder zum Raubtier wird, so wie auch schon nach ihrem ersten Wurf. 42 Angriffe in den letzten Wochen seien zu viel und das bedrohe besonders die Schäfer in der Region.

Dass sie sich zum zweiten Mal mit einem Hund gepaart habe, zeige untypisches Verhalten, dass sie zum Abschuss freigebe. Auch dass sie Zäune von 1,20 Meter überspringen könne, sei nicht normal, heiße es unter anderem in dem Antrag. Zudem solle der Tierschutz ins Auge genommen werden - das Tierleid auf der Koppel müsse in den Fokus rücken.

Experten sahen den, damals nur geplanten Antrag, schon in der vergangenen Woche als kritisch an. Die Wölfin verhalte sich nicht untypisch, sondern eben wie ein Wolf, der seinen Nachwuchs versorgen müsse.

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