Woher kommt der Mythos der Osterlämmer?

bei vielen religiösen Familien ein gebackenes Osterlamm.
bei vielen religiösen Familien ein gebackenes Osterlamm.

Von Dominik Brüggemann

Dresden - Sind die süß, sagen die einen. Schmecken die saftig, die anderen. Die Rede ist von Osterlämmern. Doch woher kommt der Begriff und wie alt sind Lämmer, deren schmackhaftes Fleisch gerne zu Ostern verspeist wird?

„Ostern geht tatsächlich mehr Lammfleisch über die Ladentheke“, sagt Geschäftsführer Sven Creutz (45), dessen Dresdner Traditionsfleischerei Creutz das zarte Lammfleisch übers ganze Jahr verkauft. Per Definition sind die Lämmer maximal ein Jahr alt.

„An den sogenannten Milchlämmern ist wirklich zu wenig dran“, sagt Creutz über erst wenige Wochen alte Lämmer. Heißt: Die meist von Januar bis März geborenen Lämmchen der Fleischrassen „Texel“ oder „Suffolk“ landen noch nicht im Ofen. „Merinos“ können jedoch das ganze Jahr über Nachwuchs bekommen. Die ganz jungen Milchlämmer landen trotzdem selten im Topf.

Antje Winter (47), Schafhalterin aus Schönborn, mit zwei Lämmern.
Antje Winter (47), Schafhalterin aus Schönborn, mit zwei Lämmern.

„In der Regel sind Schlachtlämmer mindestens 40 Kilo schwer“, sagt Schafhalterin Antje Winter (47) aus Schönborn. Ihre 18 Mutterschafe haben momentan Nachwuchs. „Wir verkaufen sie an Züchter oder Schafhalter, die sie meist im Herbst schlachten.“ Mit rund acht Kilogramm Gewicht sei zu wenig Fleisch an den kleinen Lämmchen. „Das einzige was bei uns Ostern geschlachtet wird, ist ein gebackenes Osterlamm, ein Rührkuchen.“

Das Ostergeschäft wirkt sich auch auf die Schlachtzahlen aus: In Sachsen wurde 2015 insgesamt 6292 Lämmer gewerblich geschlachtet. Besonders tödlich: Der März (1049 Schlachtungen), Oktober und November (1053 und 1322 Schlachtungen). Hinzu kommen über das Jahr verteilt knapp 2000 Hausschlachtungen.

In der Kirche steht das Symbol des Osterlamms (Agnus Dei) laut Tradition für Jesus Christus und dessen gelungene Auferstehung. Die „echten“ Opferlämmer sollten die Gläubigen vor Tod und Verderben schützen.

Fotos: imago, imago/Westend61, Carla Arnold


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