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So beeinflusst der demografische Wandel das Wohnen

Die Folgen des demografischen Wandels machen sich auch im Wohnungsmarkt bemerkbar. Welche das sind und was dagegen unternommen werden muss, lest Ihr hier.
Viele Wohnungen sollten an die Bedürfnisse älterer Menschen angepasst werden.
Viele Wohnungen sollten an die Bedürfnisse älterer Menschen angepasst werden.

Der demographische Wandel wird Auswirkungen auf Mieten und Immobilienpreise haben und den Wohnungsmarkt deutlich verändern. Die deutsche Wohnungswirtschaft steht somit vor bedeutenden Herausforderungen. Vor allem im Bereich des altersgerechten Wohnens.

Mieten, kaufen, wohnen: Das ist oft nicht so einfach, wie es klingt, denn die Themen „Wohunungsknappheit“ und „bezahlbarer Wohnraum“ sind immer noch in aller Munde.

Besprochen wurden die aktuelle Wohnungsmarktsituation der drei Bundesländer Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt sowie deren zukünftigen Entwicklungschancen erst Ende Februar bei dem 14. Mitteldeutschen Immobilienkongress.

Der Gang durch den Park, der Lebensmittelhändler um die Ecke und der Anschluss an die Gesellschaft: Das sollen künftige Wohnräume vor allem Senioren bieten können.
Der Gang durch den Park, der Lebensmittelhändler um die Ecke und der Anschluss an die Gesellschaft: Das sollen künftige Wohnräume vor allem Senioren bieten können.

Daran teilgenommen haben circa 200 Vertreter verschiedener Immobilienverbände, die vor allem das Eingreifen der Politik sowie eine Aktualisierung der Auflagen zum Wohnungsneubau forderten.

Um einen Umschwung auf dem Wohnungsmarkt realisieren zu können, sind Konzepte notwendig, die sowohl politische als auch soziale Faktoren aufgreifen.

Denn laut einer Studie der Immobilienanalysten Bulwiengesa wird allein in der Stadt Leipzig bis zum Jahr 2025 pro Jahr ein Bedarf von 2.300 neuen Wohnungen bestehen und in Dresden sogar ein Neubaubedarf von 3.600 Wohnungen jährlich.

Ein Hindernis, das der Realisation im Wege steht, sind die hohen Kosten, die für die Neubauten aufzubringen sind. Daneben bestimmt vor allem der demographische Wandel die künftigen Planungen auf dem Wohnungsmarkt.

Was beeinflusst den Wohnungsmarkt?

Viele verschiedene Faktoren hängen davon ab, ob eine Wohnung bezogen wird oder nicht.
Viele verschiedene Faktoren hängen davon ab, ob eine Wohnung bezogen wird oder nicht.

Das Wohnen ist ein Lebensbereich, mit dem sich jeder Mensch zwangsläufig beschäftigt. Dabei wird sich vor allem folgende Fragen gestellt: Wo und wie möchte ich wohnen? Denn der Wohnort und das Wohnumfeld beeinflussen das persönliche Wohlbefinden, da nicht nur die Ausstattung und die Architektur der Wohnung, sondern auch das Umfeld, in der sich dieselbe befindet, zunehmend bei der Entscheidung für den Wohnort eine Rolle spielen.

Dabei schwingt besonders das Alter der Menschen mit, welches die eigenen Bedürfnisse mitbestimmt und diese im Laufe des Lebens verändert. Da der Anstieg der älteren Bevölkerung aufgrund des demographischen Wandels vorbestimmt ist, müssen die Städte in Neubauten investieren, die altersgerecht gebaut sind und Mieten bieten, die erschwinglich sind.

Darüber hinaus sind bei der Planung baurechtliche Vorgaben und besonders die Anforderungen an die Energieeffizienz zu beachten, welche zusätzliche Kosten mit sich bringen. Doch im Fokus der Betrachtungen stehen vor allem die zukünftigen Nutzer des Wohnraums, der auf deren Bedürfnisse zugeschnitten sein sollte, damit das Wohnangebot wirtschaftlich rentabel ist.

Der demographische Wandel: Eine alternde Gesellschaft auf dem Wohnungsmarkt

Laut Prognosen soll im Jahr 2025 soll in Sachsen jeder zehnte Einwohner 80 Jahre oder älter sein.
Laut Prognosen soll im Jahr 2025 soll in Sachsen jeder zehnte Einwohner 80 Jahre oder älter sein.

Die Geburtenzahlen sinken, die Menschen werden immer älter und aufgrund des Rückgangs der jüngeren Bevölkerungsgruppen, steigt der Anteil der älteren Menschen an der Gesamtbevölkerung.

Die fünfte Regionalisierte Bevölkerungsprognose für den Freistaat Sachsen hat verschiedene Entwicklungstrends ergeben, die den einzelnen Kommunen unter anderem auch als Planungsgrundlage für die Entwicklung und die Neuausrichtung des Wohnungsangebotes dienen.

Nach den Trends wird die Bevölkerung in Sachsen zunehmend abnehmen und von Ende 2012 noch circa 4,05 Millionen Einwohnern bis 2025 auf ungefähr 3,8 Millionen sinken.

Zudem wird das Durchschnittalter, welches im Jahr 2012 noch 46,5 Jahre betrug, bis 2025 auf circa 50,1 Jahre ansteigen. Denn bis Ende 2015 wird der Anteil der Bevölkerung zwischen 20 und 65 Jahren von noch rund 60 Prozent im Jahr 2012 auf etwa 53 Prozent zurückgehen und die Zahl der Hochbetagten (ab 80 Jahre) nimmt kontinuierlich zu. So dass im Jahr 2025 in etwa jeder zehnte Sachse 80 Jahre oder älter sein wird.

Die Lebenserwartung für die Männer soll dann durchschnittlich bei 81,6 und für die Frauen bei 86,3 liegen. Somit wird zwangsläufig eine veränderte Bevölkerungsstruktur entstehen, die die verschiedenen Lebensbereiche beeinflusst.

Deshalb wird und muss auch auf dem Wohnungsmarkt zukunftsorientiert gearbeitet werden und ein Wandel stattfinden, der der altersgerechten Wohnausstattung und Wohnumgebung, der finanziellen Situation der älteren Bevölkerung und alternativen Wohnformen Beachtung schenkt.

Denn vor allem der Nutzer wird zukünftig die architektonische Ausrichtung und die Wohnraumgestaltung bestimmen. So ist es wichtig, bereits heute die Weichen für ein Zukunftsmodell zu stellen, dass die Wünsche nach einem nutzerorientiertem Wohnraum erfüllt.

Eine Ausstellung beschäftigt sich ausführlich mit aktuellen und künftigen Fragen, die die Entwicklungen des Wohnraums betreffen und zeigt, wie wichtig sozial verantwortlicher und erschwinglicher Wohnraum sein wird und wie der Bevölkerung eine selbstständige Lebensweise ermöglicht werden kann. Denn diese autonome Lebensweise wird vor allem für die ältere Bevölkerung zunehmend eine Rolle spielen, was ein Konzept beweist, welches Teil der Ausstellung ist, die im Maßstab eins zu eins zu erkunden ist. Das Konzept beschreibt, wie Senioren in eine Wohngemeinschaft integriert werden können und trotzdem ein autonomes Leben führen können.

Altersgerechtes Wohnen

Attraktiv gestaltete und saubere Grünanlagen sind wichtig, um der älteren Bevölkerung eine selbstständige Lebensweise zu ermöglichen.
Attraktiv gestaltete und saubere Grünanlagen sind wichtig, um der älteren Bevölkerung eine selbstständige Lebensweise zu ermöglichen.

Um der älteren Bevölkerung eine selbstständige Lebensweise gewährleisten zu können, sind die Wohnungen vor allem barrierefrei auszurichten und das Wohnumfeld zum Beispiel durch Naherholungsgebiete, die durch Grünanlagen geschaffen werden können, aufzuwerten und attraktiver zu machen.

Denn Senioren bleiben zunehmend aktiver und vor allem steigt das Gesundheitsbewusstsein der Menschen, was nicht zuletzt durch eine gesunde Lebensführung, die Tipps zur Ernährungsweise oder alternative Methoden zur Allgemeinmedizin zunehmend einfacher machen, begünstigt wird.

Aber trotz der gesunden Lebensweise ist ihre Aktivität dennoch anders als bei jüngeren Menschen oft auf ihr Wohnumfeld beschränkt, da sie immer weniger mobil sind und auf Dienstleistungen zurückgreifen, die schnell erreichbar sind. Aufgrund der alternden Bevölkerung wird auf Dauer der Bedarf an kleinerem und altersgerechtem Wohnraum steigen, da sich die durchschnittliche Haushaltsgröße zukünftig zunehmend verkleinern wird.

Leerstehende Wohnungen, die aufgrund ihrer Größe nicht mehr gefragt sind, müssen dann vom Markt genommen werden und durch ein Wohnangebot ersetzt werden, welches verschiedene Bedürfnisse bestmöglich vereint.

Alternative Wohnformen: Generationsübergreifendes Wohnen

Das Generationsübergreifende Wohnen, integriert ältere Menschen bewusst in ein soziales Gefüge. Gemeinschaftsräume bieten die Möglichkeit zum Austausch.
Das Generationsübergreifende Wohnen, integriert ältere Menschen bewusst in ein soziales Gefüge. Gemeinschaftsräume bieten die Möglichkeit zum Austausch.

Der demographische Wandel bietet aufgrund des Wandels der Altersstruktur die Möglichkeit, verschiedene alternative Wohnformen zu entwickeln. Und um den Bedürfnissen nach einem altersgerechten Wohnumfeld nachzukommen, müssen die Bauplaner nicht zwangsläufig nur Modelle entwickeln, die den Wünschen nach Barrierefreiheit oder pflegerischer Betreuung vor Ort nachkommen.

Es sind demnach weniger bestimmte Sonderformen des Wohnens gefragt, als vielmehr Modelle, die bestimmte Bevölkerungsschichten – von der Studentin bis hin zum Senioren – vereinen. So sind die älteren Menschen nicht außen vor und zwischenmenschliche Beziehungen werden gestärkt.

Zudem kann den Menschen zum Beispiel durch die Mithilfe bei der Pflege des Gemeinschaftsgartens oder dem Kochabend in speziellen Gemeinschaftsräumen eine Aufgabe gegeben werden. Jeder steuert seinen Teil für ein attraktives Zusammenleben bei und wird gebraucht.

Viele Städte und Kommunen haben bereits Projekte durchgesetzt, die ein generationsübergreifendes Wohnen möglich machen und sowohl die Bedürfnisse von Senioren als auch von jungen Menschen unter ein Dach bringen.

Im Leipziger Stadtteil Grünau-Nord ist zurzeit ein Großprojekt im Gange. Die Johanniter-Hilfe saniert Häuser an der Saturnstraße und am Neptunweg, so dass dort in etwa bis zum späten Frühjahr 2016 131 moderne und barrierefreie eineinhalb- bis circa vier-Zimmer-Wohnungen entstehen.

Die Wohnungen sind sehr begehrt, da der Wunsch nach Gemeinschaftsgefühl und Genrationsübergreifendem Wohnen in der Bevölkerung anzusteigen scheint. So das Leipziger Fernsehen, welches vor kurzem die erste Musterwohnung besichtigt und ein Video dazu veröffentlicht hat. Die Wohnungen sollen Alleinerziehenden, älteren Menschen, Familien und Menschen mit Behinderungen zugänglich gemacht werden, die sich in Gemeinschaftsräumen austauschen können.

Neben der inneren Ausstattung der Häuser, wurde bei der Planung auch auf das Wohnumfeld geachtet. So sind in der näheren Umgebung Ärzte, Apotheken, Lebensmittelgeschäfte oder Kindertagesstätten vorhanden.

Zudem besteht eine direkte Anbindung an das Straßenbahnnetz und das Naherholungsgebiet „Leipziger Neuseenland – Kulkwitzer See“ ist schnell erreichbar. Das Wohnprojekt trägt somit künftig unter anderem den Bedürfnissen der alternden Bevölkerung nach Gemeinschaft, Mobilität, Naherholung und Pflege Rechnung.

Vorteile Generationsübergreifendes und altersgerechtes Wohnen

  • Gemeinsam statt einsam: Der soziale Austausch fördert die physische und auch die psychische Gesundheit (soziale Integration von älteren Menschen).
  • Aufenthalt in einer Pflegeeinrichtung nicht mehr zwangsläufig notwendig (Notruf / Bei Bedarf eine pflegerische Betreuung im Haus / Bewohner kümmern sich gegenseitig umeinander).
  • Autonome Lebensweise in der eigenen Wohnung und Interaktion in vorhandenen Gemeinschaftsräumen.
  • Unterschiedliche Lebens-, Arbeits-, und Familienformen werden zusammengeführt (Erfahrungsaustausch).
  • Selbstständigkeit bleibt möglichst lange erhalten: ÖPNV und Naherholungsgebiete meist fußläufig erreichbar und in den Wohnungen kann barrierefrei gelebt werden.

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