Hunderte demonstrieren gegen steigende Mieten in Köln

Köln - Hunderte Menschen sind am Samstag in Köln aus Protest gegen steigende Mieten auf die Straße gegangen.

Teilnehmer in Köln beim Protest gegen steigende Mieten.
Teilnehmer in Köln beim Protest gegen steigende Mieten.  © DPA

Der Großprotest in Köln gehörte zu einem bundesweit stattfindenden Protest gegen steigende Mieten.

Auf dem Kölner Heumarkt hatte sich am Nachmittag nach ersten Schätzungen einige Hundert Menschen eingefunden. Viele hatten Plakate und Protestschilder mit Botschaften wie "Miethaie zu Fischbrötchen" mitgebracht.

Die Polizei sicherte die Großdemo in Köln ab.

Wohnen sei für viele Menschen in NRW nicht mehr bezahlbar, hieß es in dem Aufruf zur Demonstration in Köln.

Eine weitgehende Umkehr in der Wohnungspolitik sei notwendig. Dafür brauche es unter anderem mehr sozialen Wohnungsbau, eine verschärfte Mietpreisbremse und ein Verbot von Luxussanierungen.

"Es ist ein großes Problem, dass Wohnungen von Investoren saniert werden und danach die Mieten drastisch raufgehen", sagt Renate Neddermann vom Sozialverband Deutschland in Düsseldorf. Besonders für Junge, behinderte Menschen und Rentner müsse der Staat mehr bauen. "Die Wut ist groß, besonders in den Ballungsgebieten."

Das von Gewerkschaften, Mieter- und Wohlfahrtsverbänden getragene Mieterbündnis "Wir wollen wohnen!" unterstützte die Kundgebung in Köln ebenso wie Mieterinitiativen aus Dortmund, Mönchengladbach und Unna. Zuspruch für die Forderungen gibt es von der Evangelischen Kirche und der SPD.

Eileen Stiehler von der Diakonie sagte: "Mit einer Miete von 13 oder 14 Euro ist man in manchen Stadtteilen noch günstig dabei. Das kann sich weder ein Student noch ein Berufsanfänger leisten."

Einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) zufolge sind die von privaten Vermietern verlangten Mieten in den vergangenen Jahren am stärksten gestiegen.

Während sie in kommunalen Wohnungen seit 2013 kaum und bei Genossenschaften sehr moderat angehoben worden seien, reagierten private Vermieter stärker auf Wohnungsknappheit, heißt es in der Studie, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegt.

Demnach lag die Differenz zwischen privaten und kommunalen Wohnungsunternehmen 2013 bei 0,70 Euro je Quadratmeter, 2017 habe sie schon 1,30 Euro betragen.

Demonstranten am Samstag in Köln.
Demonstranten am Samstag in Köln.  © DPA
Die Demo endete am Kölner Hauptbahnhof.
Die Demo endete am Kölner Hauptbahnhof.  © Horst Konopke

Titelfoto: DPA

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