Von Behörden im Stich gelassen: THW muss Wohnsiedlung vor Sintflut retten

Nach heftigen Regenfällen stand die kleine Siedlung nahe Flughafen Tegel vollständig unter Wasser.
Nach heftigen Regenfällen stand die kleine Siedlung nahe Flughafen Tegel vollständig unter Wasser.  © DPA

Berlin - Behörden und auch die Feuerwehr wollten nicht helfen, aber das Technische Hilfswerk (THW) hatte ein Herz für die Bewohner der Siedlung Mäckeritzwiesen. Die Helfer pumpten am Donnerstag das Wasser nach tagelangen Überschwemmungen endlich ab, wie der rbb berichtete.

Mehrere Regengüsse in den vergangenen Tagen setzten die kleine Siedlung am Flughafen Tegel komplett unter Wasser. Die Bewohner waren verzweifelt, denn niemand sah sich zuständig für das nasse Dilemma. Der Bezirk und Senat winkten ab und überließen der Siedlung ihrem Schicksal.

Das THW wollte jedoch nicht tatenlos zusehen und schritt nun ein. In Rücksprache mit dem Siedlungsvorstand rückten die Helfer mit entsprechender Ausrüstung an, wie der Leiter der THW-Geschäftsstelle Berlin, Holger Dahlitz, am Donnerstag in der rbb-abendschau sagte.

Teilweise stand das Wasser bis über die Knie in der Siedlung. Neben fehlenden fließenden Wasser musste auch der Strom abgestellt werden. Selbst der Postbote kam nicht mehr.
Teilweise stand das Wasser bis über die Knie in der Siedlung. Neben fehlenden fließenden Wasser musste auch der Strom abgestellt werden. Selbst der Postbote kam nicht mehr.  © DPA

Zur Regel wird dieser Fall jedoch nicht werden, betonte der THW. Die Mäckeritzwiesen bleiben eine Ausnahme, denn eigentlich darf das Technische Hilfswerk nicht von Privatpersonen angefordert werden. Die Zuständigkeit liegt allein auf Behördenseite.

Warum diese jedoch nicht einschritt, liege daran, dass die Behörden sich nicht darüber im Klaren sind, was die Mäckeritzwiesen eigentlich sind: Kleingartenanlage oder Wohnsiedlung?

Auch den Berliner Wasserbetrieben waren die Hände gebunden, denn in der Siedlung fehlt eine Entwässerungsanlage, wie Unternehmenssprecher Stephan Natz dem rbb sagte: "Die Kanalisation, die es dort gibt, ist von den Leuten privat gebaut. Und deswegen können wir mit unseren technischen Anlagen nicht helfen."

Die Forderungen nach einen Graben in den Mäckeritzwiesen, der das angestaute Wasser ableiten kann, wird indes lauter.

Mehrere Medien berichteten im Vorfeld von der kleinen Siedlung, die keine Hilfe von der Stadt erhielt.
Mehrere Medien berichteten im Vorfeld von der kleinen Siedlung, die keine Hilfe von der Stadt erhielt.  © DPA

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