Wohnungsnot in Frankfurt: Nur in einer Stadt ist die Miete noch teurer

Frankfurt am Main - Überraschend dürfte es wohl niemanden mehr: Die Wohnungsnot macht das Wohnen zur Miete in Frankfurt am Main zu einem regelrechten Luxusgut. Nun liegt eine offizielle Einschätzung der Bundesregierung zur Wohnsituation in der Mainmetropole vor.

Bezahlbare Wohnungen sind in Frankfurt ein überaus knappes Gut (Symbolbild).
Bezahlbare Wohnungen sind in Frankfurt ein überaus knappes Gut (Symbolbild).  © Montage: dpa/Boris Roessler, dpa/Frank Rumpenhorst

Die Preise für neu oder wieder zu vermietende Wohnungen in Frankfurt, die per Inserat angeboten werden, haben demnach in den vergangenen Jahren kräftig angezogen.

Wurden für den Quadratmeter Wohnraum im Jahr 2006 in Hessens größter Stadt noch durchschnittlich 9,02 Euro Nettokaltmiete verlangt, waren es im Jahr 2018 schon 13,59 Euro, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linke-Bundestagsfraktion hervorgeht.

Die Regierung berief sich dabei auf Daten der BBSR-Wohnungsmarktbeobachtung sowie der IDN ImmoDaten GmbH.

In den sieben größten deutschen Städten war die inserierte Nettokaltmiete 2018 nur in München höher als in Frankfurt – mit 17,73 Euro. Bundesweit lag die sogenannte Angebotsmiete (netto und kalt) 2018 im Schnitt bei 8,41 Euro pro Quadratmeter – im Jahr 2006 waren es noch 5,99 Euro gewesen.

In Frankfurt ist der Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen schon seit langer Zeit ein drängendes Problem. Erst im März dieses Jahres wurde bekannt, dass es in der Mainmetropole kaum noch freie Wohnungen gibt (TAG24 berichtete).

"Mietentscheid" gegen die Wohnungsnot in Frankfurt

Die Stadtverwaltung versucht, dem mit Maßnahmen zur Nachverdichtung sowie durch das Aufstocken bestehender Häuser entgegenzuwirken. Zudem soll im Nordwesten der Stadt soll ein völlig neuer Stadtteil mit rund 12.000 Wohnungen entstehen (TAG24 berichtete).

Doch bisher hat sich an der dramatischen Wohnungsnot in Frankfurt nur wenig geändert. Die Initiative "Mietentscheid Frankfurt" hat vor diesem Hintergrund im Januar ein Bürgerbegehren auf den Weg gebracht, das die Stadtverwaltung dazu zwingen soll, mehr günstigen Wohnraum zu schaffen.

Die Prüfung dieses Bürgerbegehrens durch die Stadtverwaltung dauert noch an.

Titelfoto: Montage: dpa/Boris Roessler, dpa/Frank Rumpenhorst

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