Wohnungsnot in Frankfurt: Neue Studie zeigt, wie dramatisch es wirklich ist

Frankfurt am Main/Köln - Die Wohnungsnot in der Mainmetropole Frankfurt und die damit einhergehenden explodierenden Mieten sind schon seit längerer Zeit ein wichtiges Thema in der Stadt. Nun hat eine Studie aus Köln den Mangel an Neubauwohnungen in Frankfurt exakt bestimmt.

Die Wohnungsnot hat auch Auswirkungen auf die Mietpreise in Frankfurt (Symbolbild).
Die Wohnungsnot hat auch Auswirkungen auf die Mietpreise in Frankfurt (Symbolbild).  © Montage: dpa/Marijan Murat, TAG24/Florian Gürtler

Eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln kommt zu dem Ergebnis, dass der Bedarf an Neubauwohnungen seit 2016 in Frankfurt nur zu 78 Prozent gedeckt worden sei.

"Hier fehlen nicht nur aktuell Wohnungen, sondern auch längerfristig bedarf es einer weiteren Steigerung der Bautätigkeit", schreiben die Autoren Ralph Henger und Michael Voigtländer laut einer Mitteilung der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Gründe für die Misere sind demnach der hohe Zuzug in die Städte, das knappe Personal in Bauämtern, strenge Vorschriften und der Fachkräftemangel in der Bauwirtschaft. "Man kommt mit dem Bauen nicht hinterher", sagte Henger.

Die Städten müssten sich anstrengen, um die Entwicklung der Mieten zu bremsen, mahnen die Autoren. Entscheidend hierfür sei in den Metropolen die Bereitstellung von Bauland, um Investoren anzulocken.

Zudem sollten mancherorts alte Gebäude umgebaut werden, anstatt neue zu errichten.

Frankfurt plant neuen Stadtteil im Nordwesten

Die Stadt Frankfurt plant die Errichtung eines völlig neuen Stadtteils (Symbolbild).
Die Stadt Frankfurt plant die Errichtung eines völlig neuen Stadtteils (Symbolbild).  © 123RF/Katarzyna Białasiewicz

Tatsächlich sind in Frankfurt – neben den umfangreichen Neubau-Maßnahmen der Gegenwart – auch in der Zukunft große Bauprojekte geplant.

Im Nordwesten der Stadt soll ein völlig neuer Stadtteil mit rund 12.000 Wohnungen entstehen (TAG24 berichtete).

Auch Maßnahmen zur Nachverdichtung und das Aufstocken bestehender Häuser sollen neuen Wohnraum in der Mainmetropole schaffen.

Kann so der von der oben erwähnten Studie konstatierte Mangel an Neubauwohnungen ausgeglichen werden? Wenn überhaupt, dann nur in der Zukunft. Die Gegenwart für Wohnungssuchende in Frankfurt sieht finster aus.

Erst im März wurde die Nachricht verbreitet, dass es in der Stadt kaum noch freie Wohnungen gibt (TAG24 berichtete).

Für viele Familien mit normalem oder niedrigem Einkommen wird zudem die Frage im Raum stehen, ob sie sich eine Neubauwohnung in der Bankenstadt überhaupt leisten können? Im Januar ergab eine andere Studie, dass eine durchschnittliche Drei-Zimmer-Neubauwohnung in Frankfurt monatlich 1450 Euro Miete kostet (TAG24 berichtete).

Vor diesem Hintergrund ist verständlich, dass sich in der Stadt inzwischen auch zivilgesellschaftlicher Widerstand gegen die Wohnungsnot regt.

Die Initiative "Mietentscheid Frankfurt" hat im Januar ein Bürgerbegehren auf den Weg gebracht (TAG24 berichtete).

Titelfoto: Montage: dpa/Marijan Murat, TAG24/Florian Gürtler

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