Wohnungsnot in Frankfurt: So viele illegale Mietwohnungen wurden schon ausgehoben

Frankfurt am Main - Die Wohnungsnot in Frankfurt ist seit geraumer Zweit eines der drängendsten Themen in der Mainmetropole. Vor diesem Hintergrund hat die Stadtverwaltung illegalen Mietwohnungen den Kampf angesagt.

Der Wohnungsmarkt in der Mainmetropole Frankfurt ist äußerst angespannt.
Der Wohnungsmarkt in der Mainmetropole Frankfurt ist äußerst angespannt.  © TAG24/Florian Gürtler

Nun zeigen sich erste Erfolge: Frankfurt hat im Kampf gegen illegale Mietangebote eine Million Euro an wirtschaftlichem Vorteil abschöpfen können.

Wie das Planungsdezernat am Mittwoch weiter mitteilte, konnten innerhalb von knapp vier Monaten 395 nicht gemeldete sogenannte Residenzwohnungen für den allgemeinen Wohnungsmarkt zurückgewonnen werden.

"Das ist ein riesiger Erfolg und in dieser Höhe einmalig und damit ein klares Zeichen in die Branche", sagte Frankfurts Bau-Dezernent Mike Josef (SPD). Die zurückgewonnenen Wohnungen seien zweckentfremdet – quasi hotelähnlich – genutzt worden.

Insgesamt rechnet die Stadt mit rund 3000 unangemeldeten "Businessapartments" oder "Residenzapartments" etwa für Monteure oder Touristen.

Ende Oktober hatte Josef angekündigt, gegen Anbieter von nicht genehmigten, tage- oder wochenweise möblierten Wohnungen vorzugehen.

Wohnungsmarkt in Frankfurt ist extrem angespannt

Die Wohnungsnot in Frankfurt ist für viele Menschen ein großes Problem (Symbolbild).
Die Wohnungsnot in Frankfurt ist für viele Menschen ein großes Problem (Symbolbild).  © Frank Rumpenhorst/dpa

Es gehe darum, den Wohnungsmarkt etwas zu entspannen, aber auch um den Schutz des Hotelgewerbes.

Die Anbieter seien "in der Regel professionalisierte und gewerblich organisierte Unternehmen", sagte der Dezernent. Der ohnehin knappe und äußerst schützenswerte Wohnraum dürfe nicht zur rein kommerziellen Ware verkommen.

Mitarbeiter der Bauaufsicht fahnden gezielt nach entsprechenden Offerten im Internet, die mitunter zu Wucherpreisen angeboten werden. Bis zu 40 Euro pro Quadratmeter werden nach Erkenntnis des Dezernats für die möblierten Wohnungen verlangt, von denen viele nicht ordnungsgemäß angemeldet und genehmigt seien.

Bei dem Betrag von einer Million Euro, der nun abgeschöpft wurde, handle es sich um die Einziehung von Gewinn in Zusammenhang mit Ordnungswidrigkeitsverfahren, erklärte die Leiterin der Bauaufsicht Simone Zapke. Das Geld werde der Stadt zufließen.

Die Behörde geht auch weiter gegen illegale Ferienwohnungen vor. Seit Inkrafttreten der Ferienwohnungsatzung seien 83 Wohnungen aus unrechtmäßiger Nutzung für den Wohnungsmarkt zurückgewonnen worden.

Die 2018 eingeführte Satzung schränkt den erlaubten Zeitraum auf acht Wochen ein. Zudem ist eine Genehmigung erforderlich.

Titelfoto: TAG24/Florian Gürtler

Mehr zum Thema Frankfurt Politik:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0